Automatikgetriebe schaltet einen Gang hoch

Autofahrerinnen und -fahrer sind immer weniger daran interessiert, ständig mit dem Schaltgetriebe hantieren zu müssen. Keystone

Seit Freitag gibt es keinen Unterschied mehr zwischen dem Führerausweis für ein Auto mit Handschaltung oder eines mit Automatikgetriebe. Diese Gesetzesänderung löste eine Kontroverse um die Sicherheit aus. Doch vielleicht ist das eine falsche Diskussion, weil die Tage der Schaltgetriebe gezählt zu sein scheinen.

Bis zu diesem Tag absolvierte die Mehrzahl der Fahrschülerinnen und -schüler ihre Fahrprüfung mit einem handgeschalteten Auto. So konnten sie anschliessend nach Wunsch ein manuelles oder automatisches Fahrzeug fahren. Jene hingegen, welche die Prüfung mit einem automatisch geschalteten Auto machten, durften anschliessend keine handgeschalteten Autos fahren.

Seit dem 1. Februar gibt es keinen Unterschied mehr. Mit einem Führerschein, der mit einem Auto mit Automatikgetriebe erworben wurde, darf man nun auch jeden Fahrzeugtyp fahren. Deshalb ist jetzt auch denkbar, dass Fahrschülerinnen und -schüler künftig lieber die etwas einfachere Prüfung mit einem automatischen Getriebe absolvieren, weil dafür in der Regel weniger Fahrstunden nötig sind und dies so preiswerter sein kann.

Die Revision der Führerausweis-Vorschriften, im letzten Dezember von der Landesregierung (Bundesrat) abgesegnet, hat aber auch zu Kritik wegen Sicherheitsbedenken geführt.

Weltweite Entwicklung

Diese Polemik wird aber möglicherweise bald von selbst erlöschen, denn die Tage der Schaltgetriebe scheinen gezählt zu sein, wie etwa in den USA zu beobachten ist. Dort sind bereits seit den 1950er-Jahren Automatikgetriebe in der grossen Mehrzahl, und heutzutage werden weniger als 5% der Neuwagen mit Handschaltung verkauft.

Dieser Markt ist derart klein geworden, dass eine Marke wie Audi angekündigt hat, ab diesem Jahr in den USA und in Kanada keine handgeschalteten Autos mehr zu vermarkten. Auch in anderen grossen Ländern wie China und Japan sind Schaltgetriebe selten anzutreffen.

In Europa wurden Autos mit Handschaltung lange Zeit bevorzugt. Doch auch hier verändert sich die Situation. In Frankreich, das besonders resistent gegen Automatikgetriebe ist, machten diese 1995 noch 3% der Verkäufe aus, während es letztes Jahr bereits 29% waren.

Die Schweiz folgt diesem Trend. Autos mit Automatikgetriebe oder noch moderneren Schaltsystemen machten 1990 noch 19% der Neuwagen-Verkäufe aus, 2000 waren es 26%, heute 45%.

Technische Fortschritte

In Europa galten Autos mit Automatik lange Zeit als schwerer, unzuverlässiger, teurer oder verbrauchsintensiver als Handgeschaltete. Zwar sind Automaten etwas teurer in der Anschaffung, doch die anderen Nachteile konnten dank technischer Fortschritte der Autohersteller eliminiert werden.

Weitere Faktoren erklären den wachsenden Erfolg von Automatikgetrieben. So ist es auf den oft überlasteten Strassen angenehmer, nicht ständig das Kupplungspedal drücken und einen Schalthebel umlegen zu müssen. Zudem sind die immer beliebteren Elektroautos nur mit Automatikgetrieben erhältlich.

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