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Grünes Licht für Minarett in Langenthal

Das Minarett auf der Langenthaler Moschee ist erst ausgesteckt.

(Keystone)

Der Kanton Bern hat die Baubewilligung für das Minarett in Langenthal bestätigt. Das Projekt war mehrere Monate vor dem Volks-Ja zum Minarettverbot bewilligt worden. Die Muslime zeigen sich zufrieden mit dem Entscheid, die Gegner wollen sich nicht geschlagen geben.

In ihrer Begründung wies die kantonale Baudirektion darauf hin, dass die Stadt Langenthal bereits fünf Monate vor dem eidgenössischen Urnengang die Baubewilligung erteilt hätte. Im Übrigen entsprächen Minarett und Dachkuppel den Bauvorschriften.

Die islamische Glaubensgemeinschaft erhielt zwar grünes Licht für den Bau des Minaretts, sie muss aber auch einen Rückschlag einstecken, da der Kanton die Beschwerde eines Nachbarn gut hiess, der damit gegen die Erweiterung und Erneuerung des islamischen Kultus- und Begegnungszentrums protestierte.

Seiner Ansicht nach sei das Vorhaben im Gewerbegebiet zwar zonenkonform, doch gebe es andere Mängel: So werde die Ausnützungsziffer überschritten und es seien zu wenig Abstellplätze für Motorfahrzeuge und Velos vorgesehen. Weiter sei der Zugang zu den Publikumsräumen nicht rollstuhlgängig.

Das Nein zum Ausbau der Moschee stelle die Gemeinschaft vor grössere Probleme, sagte ihr Anwalt. Die Muslime müssten nun prüfen, ob sie das Minarett ohne den geplanten Ausbau überhaupt errichten wollten.

Falls man sich für einen Verbleib am Standort entscheide, nähme man lediglich innen eine Pinselrenovation vor. In diesem Fall sei es wahrscheinlich, dass man in den nächsten Jahren auch dieses Minarett baue.

Denkbar sei aber auch die Suche nach einem neuen Standort. Dann werde man an dieser Liegenschaft nichts mehr investieren.

Der Entscheid der kantonalen Baudirektion kann innert 30 Tagen angefochten werden. Von dieser Möglichkeit werden eventuell Befürworter wie Gegner des Projekts Gebrauch machen.

Die Schweizer Stimmberechtigten hatten am 29. November 2009 die Volksinitiative "Gegen den Bau von Minaretten" angenommen und damit international für Aufsehen gesorgt. In der Schweiz gibt es bislang nur Minarette in Zürich, Genf, Winterthur und Wangen bei Olten.

swissinfo.ch und Agenturen


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