St. Galler Lehrermörder hat Suizid begangen
Der St. Galler Lehrermörder Ded Gecaj hat Suizid begangen. Er hat sich in seiner Zelle im Regionalgefängnis St. Gallen mit Stoffschlingen aus Kleidern erhängt. Dies teilte der zuständige Untersuchungsrichter am Mittwoch mit.
Dritteinwirkung könne ausgeschlossen werden, heisst es im Communiqué. Dies hätten die Untersuchungen des Instituts für Rechtsmedizin St. Gallen und der Polizei ergeben. Der 52-jährige Gecaj war am vergangenen Freitagmorgen tot in seiner Gefängniszelle gefunden worden.
Gecaj hatte Anfang 1999 in einer St. Galler Realschule den Lehrer seiner Tochter erschossen. Nach Ansicht der St. Galler Justiz hatte der Kosovare seine Tochter sexuell missbraucht. Er hätte sich wegen dieser Straftaten in St. Gallen vor Gericht verantworten müssen.
Nach dem Bekanntwerden von Gecajs Tod hatte die St. Galler Staatsanwaltschaft den Suizid zunächst nicht bestätigt. Sie zog einen Thurgauer Untersuchungsrichter bei, um den Fall unabhängig zu untersuchen. Dies hatte Spekulationen zur Folge: So machte die Familie Gecajs in Medienberichten die St. Galler Justiz für den Tod des Häftlings verantwortlich.
Gecaj selbst hatte seine Haftbedingungen kritisiert und sich über zu wenig Besuchsmöglichkeiten beklagt.
Die St. Galler Staatsanwaltschaft und die Polizei wollten das Ergebnis der Untersuchung am Mittwoch nicht kommentieren. Der beigezogene Thurgauer Untersuchungsrichter kläre noch ab, ob Gecajs Haftbedingungen korrekt gewesen seien, teilte Staatsanwalt Thomas Hansjakob mit.
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