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Schweiz: Ökonomen sagen schwaches Wirtschaftsjahr voraus

Gebäude im Abendlickt mit einer Roche-Leuchtreklame
Der Druck der US-Regierung könnte sich vor allem auf die Preise in der Pharmaindustrie auswirken. Keystone / Georgios Kefalas

Die zuständige Expertengruppe des Bundes erwartet ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent – im Dezember war sie noch von 1,1% ausgegangen, teilt das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco mit. Damit dürfte die Schweizer Wirtschaft unterdurchschnittlich wachsen.

Auch das KOF-Institut der ETH Zürich rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von einem Prozent, allerdings nur wenn die Ölpreise bald wieder sinken. Sollte der Ölpreis für eine längere Zeit auf dem aktuellen Niveau verharren, sei für 2026 nur mit einem Wachstum von 0,7% zu rechnen. Für 2027 lauten die Prognosen auf 1,7% und 1,5% bei einem erhöhten Ölpreis.

Einen grossen Unterschied macht der Ölpreis auch bei der Inflation: Bleibt der Ölpreis hoch, steigt diese gemäss KOF auf 0,6% im Jahr 2026 und 0,8% im 2027. Bei einem Rückgang sei nur mit Werten von 0,3% und 0,6% zu rechnen.

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Privater Konsum als Stütze

Unabhängig vom Ölpreis und dem Irankrieg wachse die Weltwirtschaft derzeit nur moderat, wird die so oder so pessimistische Prognose für 2026 begründet. Im Euroraum und insbesondere in Deutschland gebe es immerhin Anzeichen für eine Verbesserung, was sich in der höheren Prognose für 2027 zeigt.

«Schweiz ist weniger verletzlich»

Einschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktor Jan Baumann

Von einer Wirtschaftskrise dürfte die Schweiz – trotz Krieg in Nahost – verschont bleiben, gemäss den Prognosen von Bund und KOF. Unserer Wirtschaft kommt zugute, dass sie weniger verletzlich ist, wenn international die Preise für Öl und Gas steigen.

Denn im Vergleich zum Ausland arbeitet unsere Industrie weniger energieintensiv und der Dienstleistungssektor (Finanz, Handel, IT, Tourismus usw.) hat mehr Gewicht. Dazu kommt die Frankenstärke: Sie vergünstigt den Einkauf im Ausland für Unternehmen und Konsumentinnen, dämpft somit die Teuerung. 

Allerdings bleiben Risiken. Beispielsweise könnte der US-Zollstreit wieder aufflammen. Dann wäre die Schweiz – anders als beim Ölpreis – überdurchschnittlich exponiert – als stark exportorientierte Volkswirtschaft.

Eine wichtige Rolle spielt weiterhin der private Konsum. Dieser habe sich zuletzt robust entwickelt. Dies dürfte laut den KOF-Experten trotz schwachem Arbeitsmarkt so bleiben – dank der tiefen Inflation und einem stabilen Lohnwachstum. Die Arbeitslosenquote werde noch bis Mitte 2026 leicht ansteigen, danach aber etwas zurückgehen.

Die Sparpläne des Bundes und die schwache Investitionstätigkeit der Firmen seien hingegen ein Hemmschuh für die Konjunktur. Die Firmen würden wegen der schwachen Ertragslage und wegen der wirtschaftspolitischen Unsicherheiten nur wenig investieren.

Die jüngste Zollentlastung gegenüber den USA verbessere zwar die Ausgangslage für Teile der Industrie. Dies werde jedoch durch die erhöhte geopolitische Unsicherheit teilweise kompensiert.

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Druck der USA als Risiko

Ganz generell seien die Prognoserisiken erheblich, räumen die KOF-Ökonomen ein. Und sie seien «überwiegend» abwärtsgerichtet. Insbesondere könnte der Druck der US-Regierung zur Senkung der Preise von Pharmaprodukten die Schweizer Pharmabranche stark belasten, befürchten sie.

Zudem sei unklar, ob zugesagte Investitionen Schweizer Unternehmen in den USA zu Verlagerungseffekten führten und damit die Investitionstätigkeit in der Schweiz weiter dämpften.

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Der Irankrieg berge ebenfalls Risiken – wegen des Öl- und Gaspreises, aber auch wegen möglicher Störungen von Lieferketten. Hinzu könnte laut den Experten eine weitere Aufwertung des Frankens infolge der Krise die Schweizer Exportwirtschaft zusätzlich schwächen.

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