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St. Galler Lehrermörder tot in Zelle aufgefunden

Der St. Galler Lehrermörder Ded Gecaj ist am Freitagmorgen tot in seiner Zelle im Regionalgefängnis in St. Gallen aufgefunden worden. Die Umstände seines Todes werden jetzt untersucht, wie die Staatsanwaltschaft an einer Medienkonferenz informierte.

Der 52-jährige Ded Gecaj sei kurz vor 7 Uhr von einem Betreuer leblos in seiner Gefängniszelle entdeckt worden, sagte Staatsanwalt Thomas Hansjakob. Ein Notarzt und Sanitäter konnten nur noch den Tod des Untersuchungshäftlings feststellen. Zur Todesursache gab Hansjakob keine Auskunft.

Für eine unabhängige Untersuchung wurde die Thurgauer Justiz beigezogen. Ausserdem wurde das Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen eingeschaltet.

Laut Hansjakob hatte Ded Gecaj, der seit Anfang September in St. Gallen in Untersuchungshaft sass, seine Haftbedingungen kritisiert. Die Staatsanwaltschaft legt deshalb Wert auf eine unabhängige Untersuchung des Todesfalls.

Anfang Woche hatte sich im gleichen Gefängnis in St. Gallen ein nigerianischer Häftling das Leben genommen. Zwischen den beiden Todesfällen besteht laut Hansjakob aber kaum ein Zusammenhang.

Ded Gecaj wurde in den letzten Wochen von den St. Galler Behörden zu Straftaten befragt, die ihm zur Last gelegt wurden. Die Befragungen standen laut Hansjakob kurz vor dem Abschluss.

Ded Gecaj war im vergangenen Mai in seiner Heimat in Kosovo verhaftet und Anfang September an die Schweiz ausgeliefert worden. Er sollte wegen Mordes in St. Gallen vor Gericht kommen.

Der Kosovare hatte Anfang 1999 den Lehrer seiner Tochter im Realschulhaus Engelwies in St. Gallen erschossen. Laut der St. Galler Justiz soll Gecaj seine Tochter missbraucht haben. Die Tochter erzählte dem Lehrer davon.

Nach der Tat flüchtete Gecaj in seine Heimat. Dort wurde er festgenommen und im Jahr 2000 wegen Totschlags zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

Nach zwei Jahren kam Gecaj frei und tauchte unter. Die St. Galler Behörden erachteten die Bestrafung Gecajs als zu mild und wollten ihn in der Schweiz vor Gericht bringen.

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