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MAF: Ein neues Museum in Lausanne nur für Künstlerinnen

Foto eines menschlichen Embryos in der Fruchtblase
«Heritage» von Daniela Markovic. Die Künstlerin wurde in Rambouillet bei Paris in einer Familie serbischer Herkunft geboren und lebt seit 2010 in Lausanne. ©Musée Artistes Femmes

Anfang März eröffnete in Lausanne das «Musée Artistes Femmes», das MAF. Es ist ein Ort, welcher der Anerkennung und Förderung weiblicher Talente in der Kunst gewidmet ist. Die Eröffnungsausstellung «Cellules» (Zellen) ist bis zum 4. Juni zu sehen und zeigt die Werke von zwölf Künstlerinnen.

Der 4. März 2026 ist ein historisches Datum für die Schweizer Kulturlandschaft: In Lausanne wurde das MAF eröffnet. Dieses neue, in der Schweiz einzigartige Museum hat es sich zur Aufgabe gemacht, ausschliesslich Werke von Frauen auszustellen.

Es bietet damit Künstlerinnen eine wichtige Plattform, die in einer noch immer von Männern dominierten Branche oft unsichtbar bleiben.

Die Initiative des MAF basiert auf einem alarmierenden Befund: In Schweizer Museen sind Frauen nur mit einem kleinen Anteil der ausgestellten Kunstschaffenden vertreten. Diese historische und strukturelle Unterrepräsentation entzieht dem Publikum bedeutende künstlerische Stimmen und bremst das Aufkommen neuer Talente.

Zwei Bilder aus Stoffen und geflochtenen Fäden
Zwei Werke der kapverdischen Künstlerin Hélia Aluai: «Jagdszene» und «Gott will (der Mensch träumt, und das Werk entsteht)», 2026. ©Musée Artistes Femmes

Ein Ökosystem – mehr als nur ein Museum

Das MAF-Projekt, das vom Verein «Espace Artistes Femmes» und dessen Direktorin Marie Bagi getragen wird, brauchte fünf Jahre bis zur Umsetzung. Es versteht sich als «Talente-Inkubator», der die Karrieren aufstrebender zeitgenössischer Künstlerinnen unterstützen und fördern soll.

Das Museum soll dabei nicht nur ein Ausstellungsort sein, sondern ein lebendiges Ökosystem, in dem Künstlerinnen miteinander in Dialog treten, Neues schaffen und ihre Werke mit dem Publikum teilen können.

«Manchmal kann man sich als Frau, als Künstlerin, allein fühlen. Hier kommen wir mit Frauen zusammen, die dieselben Wünsche haben und dieselbe Arbeit leisten. Das ist symbolisch wunderschön», sagt die Künstlerin Delphine Costier.

Zwei spärlich beleuchtete Kunstwerke, als ob jemand die Augen halb geschlossen hat
Laura Zimmermann: «Les Yeux Fermés», 2026. ©Musée Artistes Femmes

Ein Sprungbrett für Künstlerinnen

Für seine Eröffnungsausstellung mit dem Titel «Cellules» rückt das MAF die Arbeit von zwölf Künstlerinnen in den Mittelpunkt. Einige von ihnen hatten sogar die Möglichkeit, ihre Kunstformen miteinander zu verbinden.

Das Ziel des MAF ist es, die Arbeit von Künstlerinnen zu würdigen und sie auch über die Westschweiz hinaus sichtbar zu machen. «Es ist ein Sprungbrett für Künstlerinnen. Wir sind in der Westschweiz ansässig, aber die Idee ist, dass es in der gesamten Schweiz ausstrahlt. Und natürlich auch im Ausland», sagt Bagi, die das MAF auch künstlerisch leitet.

Der Eintritt ins Musée Artistes Femmes ist gratis, um Kunst für alle zugänglich zu machen und die Entdeckung dieser Künstlerinnen zu fördern.

Übertragung aus dem Französischen: Christian Raaflaub

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