Gildemeister mit Auftragsflut – hebt Jahresprognose für Bestellungen (AF)
BIELEFELD (awp international) – Der Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister hat auch im zweiten Quartal von der boomenden Nachfrage nach seinen Maschinen profitiert und rechnet nun mit einem höheren Auftragseingang im Gesamtjahr. Die Bestellungen dürften den Wert von 1,8 Milliarden Euro übersteigen, teilte das MDax -Unternehmen am Dienstag in Bielefeld mit. Damit wurde die alte Prognose um 100 Millionen Euro angehoben. Der Umsatz soll weiterhin bei mehr als 1,6 Milliarden Euro herauskommen. Für den operativen Gewinn und auch für den Überschuss peilen die Ostwestfalen unverändert deutliche Zuwächse an und rechnen in der zweiten Jahreshälfte mit einem anhaltend guten Lauf und besseren Erträgen. Zudem bekräftige Gildemeister seine Dividendenpläne für 2011. Für das kommende Jahr erwartet das Unternehmen angesichts von Branchenprognosen eine «insgesamt positive Entwicklung».
Börsianer freuten sich über das unerwartet starke Plus bei den Auftragseingängen, monierten zugleich aber, dass die restlichen Zahlen wenig beeindruckend seien. Vorbörslich legte die im MDax notierte Aktie um 0,82 Prozent zu.
Von den drei Segmenten verbuchte traditionell das der Werkzeugmaschinen den Grossteil der neuen Aufträge und der Umsätze. Den entscheidenden Gewinnbeitrag lieferte indes das margenstarke Servicegeschäft. Die Bielefelder sehen beim Service weiteres Potenzial und verstärken deshalb das Vertriebs- und Servicepersonal. Schwerpunkte liegen in Indien und China.
Im relativ neuen Geschäft mit Windkraftkomponenten, Solartechnik und Energiespeicherung stieg zwar der Umsatz, wegen begrenzter Kapazitäten kann Gildemeister aber hier weiter nur wenig neue Bestellungen in die Bücher nehmen. Ab dem laufenden Quartal will der Konzern aber wieder Aufträge für Grossprojekte annehmen. Forschung und Entwicklung und Ausgaben für das Erschliessen neuer Zielgruppen drückten das noch junge Geschäft aktuell aber erstmal tiefer in die roten Zahlen.
Im Konzern sprang der für Maschinenbauer wichtige Auftragseingang zwischen April und Juni um mehr als die Hälfte auf 525,7 Millionen Euro und trieb den Auftragsbestand auf 769,1 Millionen Euro. Der Umsatz legte mit 40 Prozent auf 397,2 Millionen Euro ebenfalls kräftig zu. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) schnellte von 1,8 Millionen Euro vor einem Jahr auf 22,1 Millionen nach oben. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 1,2 Millionen Euro, nach einem Verlust von 4,3 Millionen Euro vor einem Jahr. Während Auftragseingang, Umsatz und der Gewinn vor Zinsen und Steuern die Schätzungen der von dpa-AFX befragten Analysten übertrafen, lagen die Erwartungen für den Überschuss noch etwas höher./stb/jha/tw