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Google sucht und findet Zürich

Die Nummer eins der Suchmaschinen kommt nach Zürich.

(swissinfo.ch)

Die dominierende Internet-Suchmaschine Google will im Frühling 2004 in der Schweiz ein europäisches Forschungszentrum eröffnen.

Informatikwissen, Sprachenvielfalt, geographische Lage und Steuervorteile gaben den Ausschlag für den Entscheid.

"Der Standort Zürich muss als Standort Europa gesehen werden, denn wir werden die besten Informatiker Europas nach Zürich holen", erklärte Google-Manager Urs Hölzle in einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" vom Mittwoch. Weiter sagte Hölzle:

"Da viele dieser Leute nicht in den USA arbeiten wollen, kommen wir zu ihnen nach Europa. Wir haben auch europäische Mitarbeiter in den USA, die gerne zurück nach Europa kommen."

Den Entscheid zugunsten der Limmat-Stadt erklärte der ETH-Informatiker und Vizepräsident der Forschungs-Abteilung von Google mit der hohen Lebensqualität und dem investitionsfreundlichen Klima.

Zwei Zentren ausserhalb der USA

Die Forschungsstätte in Zürich ist die zweite technische Niederlassung von Google ausserhalb der Vereinigten Staaten. Sonst unterhält die Firma nur Verkaufsbüros an insgesamt 21 Standorten. Die andere Forschungsstätte soll zu Beginn des nächsten Jahres im südindischen Bangalore eröffnet werden.

"In Zürich gibt es viele gute Software-Entwickler, vor allem viele arbeitslose", sagte ein Szenekenner gegenüber swissinfo. Besonders die Finanzbranche habe massiv Spezialisten entlassen, die immer noch auf der Suche nach einer Stelle seien.

Das mag ein weiterer Grund sein, warum der Entscheid zugunsten von Zürich und gegen das irische Dublin fiel. Im vergangenen Frühling war in den einschlägigen Internet-Foren spekuliert worden, Google würde sich in der irischen Hauptstadt niederlassen.

Vielsprachige, europäische Stadt

Die Stadt mit dem grössten internationalen Flughafen der Schweiz bietet sich dem Unternehmen auch als polyglotte Basis an. "Wir werden hier dasselbe machen wie in den andern Forschungszentren: Software entwickeln", sagt Hölzle.

Im vielsprachigen Europa hoffe Google aber auch, Ingenieure zu finden, welche bei der Weiterentwicklung der Sprachverarbeitung helfen könnten. Eine Seite für Bewerbungen im Schweizer Forschungszentrum war am Mittwochmorgen bereits aufgeschaltet.

Ob eine Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) stattfinden soll, ist laut Hölzle noch nicht klar. Auch wo sich Google in Zürich einquartieren will, steht noch nicht fest.

Erfreut über den Standort-Entscheid zeigte sich die Zürcher Handelskammer. "Wir freuen uns, dass eine bekannte Firma nach Zürich kommt", sagte Vizepräsident Beat Zimmermann gegenüber swissinfo. "Das beweist die Qualität der Stadt."

Downtown Switzerland auch steuerlich interessant

Google, dessen Suchmaschine täglich 200 Mio. Nachfragen verzeichnet, ist nicht die einzige internationale Firma, welche die Vorzüge von Zürich - das als Downtown Switzerland vermarktet wird - erkennt.

Regelmässig verlegen internationale Firmen ihren Hauptsitz aus steuerlichen Gründen in die Schweiz. Neuestes Beispiel ist Colgate Palmolive, die kürzlich die Basler Traditions-Zahnpasta Elmex aufgekauft hat und ihren Europasitz an einen noch unbekannten Ort in der Schweiz verlegen will. Laut der französischen Zeitung "Le Monde" würde der Konzern mit diesem Schritt nur noch 6% statt 30% Gewinnsteuern bezahlen.

Besonders seit der unternehmerfreundlichen Steuerreform des ehemaligen Finanzministers Kaspar Villiger im Jahre 1997 zogen viele Firmen in die Schweiz.

Darunter finden sich laut dem Tages-Anzeiger auch Giganten wie Gillette, Starbucks, Altria/Philipp Morris, John Deere und Procter & Gamble, aber auch Internet-Businesses wie der Auktions-Anbieter Ebay.

swissinfo, Philippe Kropf

Fakten

200 Mio. Anfragen pro Tag
3 Mrd. Pageviews pro Tag

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In Kürze

Google wurde 1998 von den beiden Stanford-Absolventen Larry Page und Sergey Brin gegründet.

Die neue Suchtechnologie hat unterdessen die meisten anderen Suchmaschinen im Internet an den Rand gedrängt.

Wann Google an die Börse gebracht wird, darüber wird seit längerem spekuliert.

Jeden Tag verzeichnet die Suchmaschine 200 Mio. Anfragen.

Der Umsatz von Google liegt bei 900 Mio. Dollar, laut Experten dürfte der Gewinn damit bei rund 350 Mio. Franken liegen.

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