Hitzewellen haben die Spitäler beider Basel deutlich belastet
Die Hitzewellen haben diesen Sommer zu einer deutlichen Mehrbelastung am Universitätspital Basel (USB) und am Kantonsspital Baselland (KSBL) geführt - vor allem bei Grossanlässen. An gewissen Tagen lag das Patientenaufkommen rund 10 Prozent über dem Mittelwert.
(Keystone-SDA) Eine eindeutige Zuordnung der Fälle zur Hitze ist nicht möglich, wie USB-Mediensprecherin Caroline Johnson am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA schrieb. Was aber bekannt ist: Während der meist heissen Phase vom 19. Juni bis 5. August hatte das Spital mit 15 Hitzeschlägen zu tun. Dazu kamen rund 7500 Patientinnen und Patienten mit Beschwerden, die in Verbindung mit der Hitze standen.
Dabei geht es nicht nur um Notfälle, wie Johnson präzisierte. Hitze führt insbesondere bei älteren und chronisch erkrankten Patientinnen und Patienten häufiger zu einer Verschlechterung bestehender Beschwerden, etwa zu Kreislauf- und Atemproblemen.
Am meisten Patienten und Patienten verzeichnete das USB am 21. und 22. Juni, am 22. Juli und am 7. und 10. August sowie am Wochenende des Eidgenössischen Jodlerfestes vom 27. bis 29. Juni. Bei diesem Anlass feierten rund 200’000 Besucherinnen und Besucher sowie 12’000 Aktive bei Temperaturen von teilweise bis zu 39 Grad.
Unterstützung aus dem Baselbiet beim Jodlerfest
Am Jodlerfest-Wochenende kam es zu einer höherem Belegung der inneren Medizin, was zu dieser Jahreszeit ungewöhnlich ist, wie die USB-Sprecherin weiter schrieb. Dabei war die Situation im Spital angespannt. Es gab längere Wartezeiten und mehr Koordinationsbedarf. Das USB wusste sich jedoch zu helfen, unter anderem mit einer Abstimmung des Rettungsdienst gemeinsam mit Baselland.
Die drei Junitage rund um das Jodlerfest waren deshalb auch im KSBL spürbar. Es zählte insgesamt 600 Nofallpatientinnen und -patienten, wie Mediensprecher Dominik Werner schrieb. Ebenfalls viel Arbeit gab es rund um die Bundesfeier, am 1. August mit 182 Notfallpatienten wie auch am vergangenen Wochenende vom 15. und 16. August mit 380.
Bei Grossanlässen tauschen sich die Notfallstationen der Region mehrmals täglich aus und stimmen ihre verfügbaren Kapazitäten laufend ab. Fälle aus Basel, die das KSBL übernimmt, kommen meistens aufs Bruderholz, wie Werner festhält.
Räume zu warm – Spitäler suchen nach Lösungen
Die Kühlung der Räume war für die Spitäler eine Herausforderung. Vor allem in den älteren USB-Gebäude konnten die gewünschten Raumtemperaturen nicht durchgehend eingehalten werden, wie Johnson schrieb. Das Spital reagierte mit einer «Optimierung der Kühlungssteuerung», etwa mit Nachtauskühlung. Für den nächsten Sommer würden «verschiedene kurz- und mittelfristige Massnahmen geprüft», während das Spital langfristig auf die Sanierung des Bestandes und die Neubauten setze.
Beim KSBL kommen in manchen Bereichen wie Notfall und Operationssaal Anlagen mit integrierter Kühlfunktion und mit Keimfiltern zum Einsatz. In anderen Räumen sind es ebenfalls Lüftungssysteme, wobei dies angesichts der vielen Tropennächte nicht einfach war.
Das Spital hat bisher aus spitalhygienischen Gründen keine Ventilatoren und Klimageräte in Patientenbereichen eingesetzt – sie können Keime über mehrere Meter verteilen und sind nicht desinfizierbar. «Hier werden wir für die Zukunft sicherlich überprüfen müssen, wie wir solche Lösungen dennoch im Sinne der Patientinnen und Patienten flexibler einsetzen können», so der KSBL-Sprecher.