Holocaust-Gedenktag in Israel – Landesweit heulen Sirenen
Israel gedenkt der sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust. Für zwei Minuten kam am Vormittag das öffentliche Leben zum Erliegen, als landesweit Sirenen heulte. Autos hielten an, Fussgänger verharrten in stillem Gedenken.
(Keystone-SDA) Überschattet wird der Gedenktag auch in diesem Jahr durch kriegerische Auseinandersetzungen in der Region. Zum Auftakt der Gedenkzeremonien in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sagte Staatspräsident Izchak Herzog am Montagabend, Israel befinde sich seit dem Hamas-Massaker im israelischen Grenzgebiet vor zweieinhalb Jahren im Krieg. Herzog warnte auch vor einer weltweiten Welle des Antisemitismus. Er rief Staats- und Regierungschefs der Welt zu mutigem Handeln dagegen auf.
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu warf dem Iran bei der Gedenkzeremonie erneut vor, die Vernichtung Israels anzustreben. Er bekräftigte, es werde keinen zweiten Holocaust geben und man werde es dem Iran nicht erlauben, Atomwaffen zu bekommen.
Thema der diesjährigen Gedenkveranstaltungen in Yad Vashem ist «die jüdische Familie während des Holocaust». Während der NS-Zeit wurden von 1933 bis 1945 rund sechs Millionen Juden ermordet.
In Israel leben heute nach Angaben der zuständigen Behörde noch rund 109.000 Holocaust-Überlebende. Ihr Durchschnittsalter beträgt 88 Jahre.