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In Graubünden fehlt es an Standplätzen für Jenische und Sinti

Keystone-SDA

Die Stiftung "Zukunft für Schweizer Fahrende" kommt zum Schluss, dass in Graubünden zwei Standplätze und 30 Stellplätze für Schweizer Jenische und Sinti fehlen. Gemäss dem zuständigen Bündner Regierungspräsidenten, Martin Bühler, läuft die Suche nach neuen Standplätzen.

(Keystone-SDA) Im Bericht hält die Stiftung zur Situation in Graubünden fest: «Im Kanton bleibt der Bedarf an Standplätzen weiterhin gross, weil die jüngere Generation Wohnraum braucht. Insbesondere im Rheintal – von Maienfeld bis Thusis – sowie im unteren Prättigau.» Auch der Bedarf an Durchgangsplätzen im Rheintal könne nicht vollständig vom Platz Bonaduz gedeckt werden. Zudem sei er im Winter geschlossen. Die Stiftung bilanziert: «Es braucht einen zweiten Durchgangsplatz zwischen Maienfeld und Chur.»

Regierungsrat Bühler (FDP) hält dazu gegenüber Keystone-SDA fest: «Der Kanton ist bemüht, neue Standplätze zu finden. So hat er konkret mögliche Standorte im gewünschten Perimeter des Bündner Rheintals evaluieren lassen.» Die Standortsuche gehe aber nicht ohne den Einbezug der Gemeinden. «Es sind die Gemeinden, welche die ortsplanerischen Voraussetzungen schaffen.» Zudem seien die Gemeinden oftmals auch Eigentümerinnen von potenziellen Flächen.

Weil es nicht alleine um kantonale Möglichkeiten gehe, könne deshalb auch kein klarer Zeithorizont angegeben werden, wann neue Standplätze entstehen könnten. Der Kanton werde weiterhin die Möglichkeiten ausloten. «Wichtig zu erwähnen ist, dass der Kanton sich aktiv dafür einsetzt, dass die bestehenden Halteplätze in Bonaduz, Cazis, Chur, Domat/Ems und Zillis-Reischen auch längerfristig gesichert werden können», hält Bühler fest.

Verschiedene Herausforderungen

Es gibt gemäss dem Regierungspräsidenten verschiedene Herausforderungen bei der Schaffung neuer Plätze: «Es müssen die zonenplanerischen Voraussetzungen geschaffen werden.» Ausserdem müsste die Grundeigentümerschaft überzeugt werden, dass ein Standplatz sinnvoll und keine Bürde sei. «Der Platz ist beschränkt, gerade auch im gewünschten Perimeter.» Es sei ein offenes Geheimnis, «dass da und dort Vorbehalte im Sinne von Vorurteilen gegenüber der fahrenden Bevölkerung bestehen». Dazu sagt Bühler: «Ich möchte klar darauf hinweisen, dass es auf den bestehenden Standplätzen zu keinen Problemen kommt, die nicht auch bei der übrigen Bevölkerung entstehen.»

Der Kanton leiste Überzeugungsarbeit und beteilige sich «substanziell» an den Investitionen. «Zudem unterstützt der Kanton auch finanziell jene Gemeinden mit einem Standplatz, sodass dort keine Nachteile entstehen.»

Graubünden trägt eine historische Verantwortung gegenüber den Gemeinschaften der Sinti, Jenischen und Roma. Zwischen 1926 und 1972 wurden im Rahmen des von Pro Juventute unterstützten Hilfswerks «Kinder der Landstrasse» 586 Kinder von ihren Familien getrennt und in Waisenhäusern oder Pflegefamilien untergebracht. Die Hälfte von ihnen stammte aus Graubünden.

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