Italiens Botschafter reagiert auf Kritik von Cassis
Italiens Botschafter in Bern, Gian Lorenzo Cornado, hat in einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" auf die Kritik von Aussenminister Ignazio Cassis reagiert. "Ich äussere mich direkt. Das ist mein Stil", sagte der Botschafter.
(Keystone-SDA) Er sage immer, was er denke – aber vor allem das, was seine Regierung von ihm verlange. Die italienische Premierministerin Giorgia Meloni habe ihn gebeten, den Spitalrechnungen für die Behandlung italienischer Verletzter, besondere Aufmerksamkeit zu schenken. «Und genau das tat ich», sagte Cornado in dem am Donnerstag veröffentlichten Interview.
Cassis hatte in einem Interview mit dem Online-Nachrichtenportal «Ticinonews» gesagt, dass die «endlose Diskussion» um die Ereignisse in Crans-Montana VS auch von Cornado belebt würden. Nach Auffassung des Vorstehers des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten wäre es die Aufgabe des Botschafters, Ruhe in die bilateralen Beziehungen zu bringen.
Meloni hatte sich Ende April darüber empört, dass Spitalrechnungen und entsprechende Kopien aus der Schweiz nach Italien geschickt worden waren. Die Rechnungen betrafen Behandlungen von Brandopfern der verheerenden Silvesternacht in Crans-Montana.
Bundespräsident Guy Parmelin versicherte, dass dies nicht mehr geschehen werde. Der Bundesrat werde der Frage nach der Verrechnung der Spitalleistungen zwischen den betroffenen Staaten auf Grundlage der geltenden gesetzlichen Bestimmungen nachgehen, sagte Parmelin letzten Dienstag. Die Sache dürfte bald geklärt sein, wie Cornado sagte: «Wir stehen kurz vor einer Lösung. Es läuft gut.»