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Kanton verweigert Finanzspritze für Spital Wetzikon

Keystone-SDA

Die Zürcher Gesundheitsdirektion lässt das Spital Wetzikon erneut abblitzen: Es sei nicht Aufgabe des Kantons, das Spital bei der Fertigstellung des Neubaus zu unterstützen.

(Keystone-SDA) Die Rechnung des Spitals Wetzikon ist nicht aufgegangen: Statt einer Bankgarantie in der Höhe von 50 Millionen Franken hat der Zürcher Regierungsrat dem Spital eine Rüge erteilt.

Andere Regionalspitäler, wie das Spital Uster, das Spital Limmattal sowie das Spital Männedorf hätten ihre Verantwortung wahrgenommen und würden die Probleme eigenverantwortlich angehen. Nur das Spital Wetzikon gelange erneut an den Kanton, teilte die Gesundheitsdirektion am Dienstag auf Anfrage von Keystone-SDA mit.

Antwort ist «harsch und enttäuschend»

Die Betreiberin des Spitals Wetzikon, die Gesundheitszentrum Oberland (GZO) AG, habe sich selber in diese Lage gebracht und darüber hinaus auch die Ausgangslage für die anderen Spitäler am Kapitalmarkt erschwert. Der Regierungsrat werde das Gesuch zu gegebener Zeit beantworten. Die Antwort lautet aber, das wird aus der ersten Stellungnahme bereits mehr als klar, Nein.

Als «harsch und enttäuschend», erachtete Pascal Bassu (SP), Stadtpräsident von Wetzikon, die prompte Antwort des Kantons, wie er auf Anfrage von Keystone-SDA sagte. «Ich hätte mir eine Gesamtbetrachtung gewünscht, statt dieser direkten Absage», sagte er. Seiner Meinung nach sind auch die Regierung und der Kanton in der Pflicht, das Spital zu unterstützen, und nicht nur die Gemeinden.

Für das Spital Wetzikon bedeute die Absage noch nichts, denn der ursprüngliche Rettungsplan funktioniere.

Kanton sieht sich nicht in der Pflicht

Das Spital Wetzikon und elf Aktionärsgemeinden erhofften sich vom Kanton eine Staatsgarantie über 50 Millionen Franken. Im Gegenzug sollte das Spitalareal als Pfand gelten. Denn eine Staatsgarantie setzen viele mögliche Kapitalgeber als Sicherheit voraus.

Mit dem Geld plante das Spital, seinen Rohbau fertigzustellen. Es sei aber nicht Aufgabe des Kantons, das GZO bei der Fertigstellung des Neubaus zu unterstützen, so die Gesundheitsdirektion.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Spital bei der Gesundheitsdirektion um Unterstützung fragt. Bereits im März 2024 bat es um 180 Millionen Franken, die der Kanton einschiessen sollte. Doch auch damals blieb der Kanton hart und weigerte sich, das Darlehen zu geben.

Seither ist das Spital im finanziellen Krisenmodus und befindet sich bis Mitte Juni in Nachlassstundung. Derzeit schärft die GZO ihr Sanierungskonzept und arbeitet einen Nachlassvertrag aus. Hauptauslöser für das Finanzloch ist ein Neubau, der bis auf Weiteres im Rohbau bleibt.

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