70 Jahre «Pavillon suisse»
Das Schweizer Studentenheim auf dem Gelände der Uni von Paris feiert 2003 sein 70-jähriges Bestehen.
Realisiert wurde der Bau von Le Corbusier und seinem Cousin Pierre Jeanneret.
Die Entstehung des Hauses geht auf Rudolph Fueter, Professor an der Universität Zürich, zurück.
Fueter lancierte 1930 die Idee eines Gebäudes, welches Schweizer Studierenden einen Abstecher an die Universität in Paris ermöglichen sollte. Fueter war der Meinung, dass das intellektuelle und künstlerische Leben in der Schweiz stehen bleibe.
«Scheusslich»
Das Projekt wurde den Architekten Charles-Edouard Jeanneret, besser bekannt als Le Corbusier, und dessen Cousin Pierre Jeanneret übergeben. Finanzielle Schwierigkeiten und ungünstige Bodenverhältnisse verlangsamten die Bauarbeiten. Sie nahmen schliesslich drei Jahre in Anspruch.
Das Ergebnis stiess nicht überall auf Gegenliebe. So sprach die Zeitung «Journal de Genève» am 25. September 1932 von einem «schlichtweg scheusslichen» Haus, welches die «bolschewistischen» Züge seines Schöpfers erkennen lasse.
1986 wurde das Gebäude auf die Liste der historischen Monumente der französischen Hauptstadt genommen und 2001 im Innern renoviert. Jedes Jahr finden rund 50 Studentinnen und Studenten aus verschiedenen Ländern für einige Zeit Platz in dem Heim.
Begehrte Plätze
Jedes Jahr bewerben sich doppelt so viele in Bern beim Sekretariat der Auslandschweizer um eines der 51 Zimmer. Diese sind alle gleich eingerichtet und befinden sich auf der verglasten Südseite des Gebäudes. Das Haus selber steht auf Pfählen.
An dem Zimmer-Komplex ist noch ein Prisma angegliedert, in welchem die Treppe und die Küchen sind. Je nach Standort des Betrachters sind also zwei verschiedene Gebäude zu sehen.
Der von Bern geführte Pavillon ist aufgrund einer Schenkungsurkunde im Besitz der Universität von Paris. Die Schweizer Botschaft in Paris ist sich der Bedeutung des Heims bewusst und beteiligt sich an den Aktivitäten der Kulturvereinigung «Pavillon Suisse».
Das 70-Jahr-Jubiläum nun bietet im Herbst Anlass zu mehreren Veranstaltungen, darunter ein Kolloquium, eine Theateraufführung sowie offizielle Treffen. Auch wird eine Monographie veröffentlicht.
swissinfo und Anne Fournier, sda
Die Idee eines «Pavillon suisse» wurde 1930 von Professor Rudolph Fueter lanciert
Projekt an Le Corbusier übergeben
1986: Der «Pavillon suisse» kommt auf die Liste der historischen Monumente in Paris
2001: Der «Pavillon suisse» wird innen renoviert
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