Alle Jahre wieder ein neuer Kalender
Das Jahresende naht und ein neuer Kalender muss her. Rund 90% der in der Schweiz verkauften Kalender stammen aus Deutschland. Schweizer Spezialitäten sind Touristenkalender mit Feriensujets.
Seit September liegen in den Buchhandlungen die Kalender und Agenden 2007 auf. Die Verkaufssaison ist kurz.
Verkauft werden derzeit hauptsächlich Kalender über Natur und Länder, wie Joelle Zosso, Sortimentsverantwortliche bei der Berner Buchhandlung Stauffacher erklärt.
Die Angebotspalette reicht von «Schlesien 2007» bis «Irland» und «Kanada». «Englische Gärten & Parks» stehen neben dem «Grossen Alpenblumen Kalender», «Katz & Kater» oder der «Bunten Vogelwelt».
Beliebte Naturkalender
Bei Thalia Schweiz werden diese Aussagen bestätigt. Naturaufnahmen und tierisches Familienglück seien neben regionalen Themen die grossen Trends in diesem Jahr, stellt Pressesprecher Andras Németh fest.
Seit Jahren absoluter Bestseller von Stauffacher ist der «grosse Bärnkalender». Mithalten kann damit lediglich der traditionsreiche «Hinkende Bot». Vorbei scheint jedoch die Zeit des immer währenden Geburtagskalenders zu sein.
Bei Orell Füssli im Zürcher Hauptgeschäft heisst es, dass sehr viele Kalender im so genannten «amerikanischen Format» gesucht sind. Es gebe auch viele Kunden, die jedes Jahr den gleichen Kalender möchten, sagt Filialleiterin Elke Curschmann.
Weniger Kunst, mehr Planung
Etwas aus der Mode gekommen sind hingegen traditionelle Kunstkalender. Gefragt sei vor allem die moderne Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts. Beliebt sind etwa Klee, Monet oder Hundertwasser.
Gross im Kommen sind Bastelkalender. Zwölf leere Blätter laden Kinder und Mütter dazu ein, ein Geschenk für die Grosseltern oder Paten zu basteln.
Stark zugenommen hat in den letzten Jahren der Verkauf von Familienplanern. Um die Terminplanung besser zu koordinieren, steht für jedes Familienmitglied eine eigene Spalte zur Verfügung.
Tägliches Lernen versprechen der «Langenscheidt Kinderkalender Englisch» und sein Pendant für Erwachsene. Positives Denken suggerieren «Sonnentage 2007» oder auch «Motivation 2007».
Deutschland wichtigster Lieferant
Etwa 90% der in der Schweiz verkauften Kalender stammen aus dem nördlichen Nachbarland der Schweiz.
Gefragt sind die wenigen Schweizer Spezialitäten, die auf dem Markt sind. Vor allem Touristen lieben die meist grossformatigen traditionellen Feriensujets Matterhorn, Luzern und Jungfrau.
Schon stolze 100 Jahre alt ist der Pestalozzikalender geworden. Sujets von Rolf Knie oder auch Heinz Spoerlis Zürcher Ballett sind ausserdem sehr beliebt.
Breite Preispalette
Bereits für 6 Franken kann ein Lesezeichenkalender erstanden werden. Die teuersten Kalender kosten 200 bis 300 Franken. Die Durchschnittspreise liegen zwischen 40 und 50 Franken.
Die Kalender-Saison ist kurz. Bereits Ende Januar purzeln die Preise und nur noch Bastlerinnen greifen dann in die Regale.
Für alle drei grossen Buchhandlungen ist das Kalender-Geschäft wichtig, wird aber nicht näher beziffert. Die Umsatzentwicklung in den letzten Jahren sei steigend, heisst es bei Thalia und Orell Füssli.
swissinfo und Alexa Clemenz Berger, sda
Das Wort «Kalender» kommt vom Lateinischen Calendarium, ein Verzeichnis der Kalendae, der jeweils ersten, auszurufenden (calare «ausrufen») Tage eines Monats, da dann die Schulden zu bezahlen waren.
Der Kalender ist die Festlegung der Jahrrechnung in Jahre, deren Unterteilung in Monate mit Bestimmung der Monatslängen in Tagen sowie die Wochenunterteilung. Die Rechenregeln hierzu erstellt die Kalenderrechnung.
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