Choreograf Martin Schläpfer gewinnt Ballettpreis
Der Schweizer Choreograf und Mainzer Ballettdirektor Martin Schläpfer hat am Dienstag Abend in Moskau den als "Ballett-Oscar" bekannten Prix Benois de la Danse 2006 erhalten.
Er wurde im Bolschoi-Theater für seine Choreografie «Streichquartett» ausgezeichnet.
Der als bester Choreograf ausgezeichnete Schläpfer sollte gemeinsam mit dem Tänzer Bogdan Nicula im Bolschoi-Theater einen Ausschnitt aus seinem preisgekrönten Werk präsentieren.
«Streichquartett» wurde 2005 von Schläpfer auf eine Musik von Witold Lutoslawski für das Programm XIX des Ensembles Ballettmainz kreiert.
Schläpfer, 1959 in Altstätten, St. Gallen, geboren, gewann 1976 den Prix de Lausanne. Er studierte an der Royal Ballet School in London, und tanzte ab 1978 am Basler Ballett unter Heinz Spoerli.
Von 1980 bis 1985 war er als Solist im Royal Winnipeg Ballett in Kanada engagiert. 1990 gründete er die Basler Ballettschule Dance Place, 1994 übernahm er die Direktion des Berner Balletts, 1999 jene des Ballettmainz.
Die Namen Balletmainz und Schläpfer stehen für einen neoklassischen Tanzstil, bereichert durch moderne Elemente. In der Schweiz ist Schläpfer wegen seiner expressiven und innovativen Kraft geschätzt und bekannt.
Auch an Béjart verliehen
Die Auszeichnung Prix Benois de la Danse wurde 1991 in Moskau vom Internationalen Verband der Choreografen ins Leben gerufen. Der Name geht auf Alexander Benois zurück, der zu Beginn des letzten Jahrhunderts als Maler und Dekorateur für die russischen Balletts gewirkt hatte.
Zu den bisherigen Preisträgern gehören der russisch-amerikanische Tänzer Michail Baryschnikow und der seit langem in Lausanne wirkende französische Choreograf Maurice Béjart.
swissinfo und Agenturen
Alexandre Nikolaiewitsch Benois wurde 1870 in Petersburg geboren und starb 1960 in Paris. Er war Maler, Zeichner, Bühnenbildner, Dekorateur und Schriftsteller. In Erinnerung blieb sein Beitrag zur Erneuerung der Kostüme für die Theaterbühne.
Benois stammt aus einer Künstlerfamilie. Sein Vater war ein berühmter Architekt, sein Grossvater – der Italiener Alberto Cavos – hat das Marijnsky-Theater in St. Petersburg und das Bolschoi-Theater in Moskau entworfen.
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