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Eklat am Centre Dürrenmatt in Neuenburg: Leiter des CDN tritt nach kurzer Amtszeit ab

Der Leiter des Centre Dürrenmatt in Neuenburg (CDN), Walter Tschopp (Bild), hat nach nur dreimonatiger Amtszeit seinen Rücktritt erklärt. Das Centre kann deshalb nicht wie geplant in der ersten Jahreshälfte 2000 eröffnet werden.

Der Leiter des Centre Dürrenmatt in Neuenburg (CDN), Walter Tschopp (Bild), hat nach nur dreimonatiger Amtszeit seinen Rücktritt erklärt. Das Centre kann deshalb nicht wie geplant in der ersten Jahreshälfte 2000 eröffnet werden.

Die Demission von Walter Tschopp sei auf grosse Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Bund und der Witwe von Friedrich Dürrenmatt, Charlotte Kerr, über den Betrieb des CDN zurückzuführen, teilte das Bundesamt für Kultur (BAK) am Freitag (22.10.) mit.

Das Bundesamt für Kultur beziehungsweise die Schweizerische Landesbibliothek als künftige Betreiberin des CDN bedauerten den Rücktritt Tschopps ausserordentlich, teilte das BAK weiter mit. Tschopp hätte als anerkannter Museumsfachmann und Kulturmanager die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Betrieb des Dürrenmatt-Zentrums geschaffen.

Wegen der Demission von Tschopp kann das Zentrum nach Angaben des Bundesamtes für Kultur nicht in der vorgesehenen Form in der ersten Hälfte des Jahres 2000 eröffnet werden. Der CDN-Beirat habe sich in der Folge des Rücktritts von Tschopp darauf geeinigt, die operativen Belange künftig ausschliesslich der CDN-Leitung zu überlassen, erklärte das BAK weiter. Die Stelle soll so rasch wie möglich wieder besetzt werden.

Tschopp war vom BAK auf einstimmige Empfehlung des CDN-Beirats hin im vergangenen Sommer als CDN-Leiter berufen worden. Der Beirat setzt sich als konsultatives Gremium aus Vertretern des Bundes, des Kantons und der Stadt Neuenburg sowie Charlotte Kerr Dürrenmatt zusammen.

Das CDN umfasst das von Charlotte Kerr Dürrenmatt dem Bund geschenkte erste Wohnhaus des Schriftstellers, ergänzt mit einem vom Tessiner Architekten Mario Botta konzipierten Ausstellungsbau. Die dort ausgestellten Bilder stammen aus dem Eigentum der inzwischen aufgelösten Friedrich Dürrenmatt-Stiftung. Von den Auseinandersetzungen um das CDN nicht betroffen ist der literarische Nachlass, der durch Erbvertrag ins Eigentum des Bundes überging und 1991 zur Gründung des Schweizerischen Literaturarchivs führte.

SRI und Agenturen

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