Klassische Musik
1756 schrieb Leopold Mozart eine Sinfonia pastorella für Streicher und Horn. Dieses Stück war eigentlich für ein mährisches Hirtenhorn gedacht, kann aber auch auf dem Alphorn gespielt werden.
Im 19. Jahrhundert wurden lediglich zwei eigentliche Kompositionen für Gesang und Alphorn geschrieben. 1851 ein Stück von Johann Kunze für eine politische Veranstaltung, das Erzherzog-Johann-Fest in Basel. 1835 komponierte Franz Xaver Schnyder von Wartensee (1786-1868) «Das Alpenlied», ein Stück für Männerchor und Büchel.
Im Gegensatz zu den wenigen Solokompositionen wurden in Symphonien und Opern immer wieder Melodien verwendet, die an die traditionellen Klänge von Alphörnern erinnern, um damit die Welt der Hirten zu veranschaulichen. Beispiele dafür sind Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 6 in F-Dur, op. 68, Sinfonia Pastorale (1807/08) oder Richard Wagners Oper Tristan und Isolde, 3. Akt, Hirtenreigen (Tanz der Hirten), von 1859.
Nur eine Szene wurde für ein Original-Alphorn geschrieben. Der Auftritt eines Hirten in Richard Strauss‘ einaktiger Oper Daphne, die 1938 uraufgeführt wurde. Die 16 Takte für Alphorn werden aber normalerweise mit der Posaune gespielt.
Mit Melodien in der Art von Alphornstücken wird auch Schweizer Identität vermittelt, so in den Ouvertüren von Ernest Modeste Grétrys und Giaccomo Rossinis Opern «Wilhelm Tell». Andere Beispiele sind «Die Schweizer Familie» von Joseph Franz Weigl (1740-1820); Umberto Giordanos Oper «Fedora» (1898) und Giacomo Meyerbeers Oper «Dinorah» (1859). Alle diese Nachahmungen von Schweizer Melodien und Imitationen von Alphornklängen werden auf Klarinetten, Posaunen, Flöten, Fagott oder Waldhörnern intoniert.
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