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Land der 3000 Gemeinden

Vor dem Fernseher? Nein, an der Expo.02! swissinfo.ch

In Yverdon präsentiert die Expo.02 das Projekt "Onoma", einen Rundgang durch Kultur und Ortsnamen von Schweizer Gemeinden. Interessant, wenn auch nicht sehr spektakulär.

An Schweizer Landesausstellungen ist es Tradition, den nahezu 3000 Gemeinden, welche die Grundstruktur des helvetischen Puzzles bilden, einen erstrangigen Platz einzuräumen. Früher geschah dies mit Fahnen: ein Fahnenweg in Zürich (1939), eine Pyramide in Lausanne (1964).

Im Rahmen der Expo.02 verzichtete man auf Fahnen und legte den Akzent vielmehr auf die Ortsnamen, wie Sergio Cavero, der künstlerische Leiter der Arteplage von Yverdon ausführt: «Wenn man den Namen einer Gemeinde entschlüsselt, versteht man, wer am Anfang da war, wer der Gemeinde den Namen gab, was sich im Verlauf der Jahrhunderte abspielte. Und plötzlich hat man eine erstaunlich neue Beziehung zu dem Ort, an dem man lebt.»

So stecken zum Beispiel die Misteln (französisch «gui»), die man auf so vielen Bäumen am Seeufer bei Yverdon findet, in der keltischen Wurzel des Namens «Yverdon». Und in «Yverdon» ist auch die lateinische Endsilbe «dunum» zu finden, die «befestigter Hügel» bedeutet, und die wir auch in Ardon finden, oder etwas anders in Rhäzüns und Kloten … Das Onoma bietet also sowohl eine geografische wie eine historische Reise an.

Wie zuhause

Doch wie können kulturelle und sprachgeschichtliche Überlegungen sichtbar gemacht werden? Die Organisatoren des Onoma-Expo.02, der schweizerische Gemeindeverband, der Städteverband und Die Post, haben sich für eine Wohnzimmerambiance entschieden. Praktisch, aber kaum spektakulär.

Die Zuschauerinnen und Zuschauer sitzen in grossen, roten Fauteuils mit Schweizerkreuz und können sich von da aus die 143 Filme ansehen, die von 39 Schweizer Regisseuren gedreht wurden. Sie können einfach die Postleitzahl ihrer Gemeinde eingeben, und diese erscheint dann auf dem Bildschirm.

Um jeden Lokalpatriotismus zu vermeiden werden die Gemeinden mit anderen verbunden. Ausserdem wird man auf eine kurze thematische oder sprachliche Filmreise durch die Schweiz geführt. Aber Achtung: es handelt sich eher um regionale Dorfpläne und Töne und um Interviews mit Einheimischen als um eine aufregende Show.

Und es geht weiter

Jede der 3000 Gemeinden der Schweiz wird in einem der 143 Filme erwähnt. Aber nur 600 von ihnen werden in den Filmen auch wirklich vorgestellt. Um dieses Panorama zu vervollständigen, haben die Organisatoren in der Ausstellung ein kleines Studio eingerichtet. Während der Dauer der Expo.02 werden dort Vertreterinnen oder Vertreter aller Gemeinden interviewt.

Sergio Cavero betont diesen Wunsch nach Vollständigkeit: «Wenn die Expo vorbei ist, haben wir dann eine Art Lexikon, ein lebendes Porträt der Schweiz: Die Geschichten aller Namen, die 143 Reisen, und schliesslich 3000 Interviews mit 3000 Schweizer Staatsangehörigen, alle aus einer anderen Gemeinde.»

Bernard Léchot

Übertragen aus dem Französischen: Charlotte Egger

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