Presseschau vom 04.01.2003
Der Irak und Nordkorea beschäftigen weiterhin die Schweizer Medien.
Auch der israelische Wahlkampf wird in der Presse thematisiert.
Die aktuelle Diskussion rund um den Irak-Konflikt dreht sich unter anderem um eine mögliche Nachfolgeregelung Saddam Husseins.
Irak: Lösung gesucht
«Arabische Intellektuelle wollen Saddam zum Rücktritt bewegen», titelt der TAGES-ANZEIGER auf Seite 1.
Laut der Zeitung appellieren arabische Schriftsteller und Anwälte an die arabische Öffentlichkeit, Saddam zu einem Rücktritt zu bewegen, um damit einen Krieg zu verhindern.
Der Kommentar des TAGES-ANZEIGERS: «Je mehr sich abzeichnet, dass für US-Präsident George W. Bush nicht die möglichen Restbestände an Massenvernichtungs-Waffen das Thema sind, sondern das Regime von Saddam Hussein, desto mehr kommen die Länder der Region unter Druck, Lösungen für ein Problem in ihrer Runde aufzuzeigen. Den Diktator in Bagdad zum Rücktritt zu überreden wäre ein solcher Ansatz.»
Anti-amerikanische Gefühle
Laut BERNER ZEITUNG schürt der Irak-Konflikt unter den pakistanischen Islamisten zunehmend eine anti-amerikanische Stimmung. Die Fundamentalisten drohen laut BEZ im Fall eines Krieges gegen den Irak gar mit Vergeltung.
Auch die AARGAUER ZEITUNG greift das Thema auf. Ihr Kommentar: «In verschiedenen Städten sollen mehrere Tausend Menschen an Protesten teilgenommen haben.»
Vorausgegangen war ein angeblicher US-Bombenangriff auf ein pakistanisches Dorf.
Nordkorea angeblich zum Dialog bereit
Laut BASLER ZEITUNG ist wieder Bewegung in den Konflikt zwischen den USA und Nordkorea gekommen.
Der Kommentar der BAZ:» Angeblich ist Nordkorea zu Gesprächen mit den USA bereit – allerdings nur dann, wenn Washington daran keine Vorbedingungen knüpfen würde. Politische Beobachter sehen darin nicht unbedingt einen Durchbruch in dem festgefahrenen Atom-Poker.»
Südkorea ergreift Initiative
Laut AARGAUER ZEITUNG hat mittlerweile Südkorea die Intiative ergriffen und sich als Vermittlerin angeboten.
Dazu die AZ: «Die vorgeschlagene Lösung verlangt Zugeständnisse beider Seiten. Genauere Details des Kompromisspakets sind noch nicht bekant.»
Der Kommentar der NEUEN LUZERNER ZEITUNG: «Das Handeln des unberechenbaren Kim ist verdammenswert. Dennoch gibt es für Washington keinen Grund, den Dialog zu verweigern. Und darauf drängt auch Südkorea.»
Böseste der Bösen
Auch DER BUND thematisiert die Nordkorea-Krise. Sein Kommentar: «Der Böseste der Bösen. Nordkorea stellt eine weit grössere atomare Bedrohung dar als Irak oder Iran. Zusammen mit seinen biochemischen Waffen und dem modernen Raketensystem ist Nordkorea im «Trio des Bösen» der Gefährlichste und Durchtriebenste, wie Washington seit Oktober lernen musste.»
Der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm schürt laut BERNER ZEITUNG in der gesamten Region Krisenängste.
Die BEZ zur Korea-Krise: «Alle machen sich Sorgen. Vor allem herrscht Unklarheit darüber, wie weit das Programm zum Bau von Atombomben entwickelt ist.»
USA schickt weiterhin Lebensmittel
Laut der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG wollen die USA ihre Lebensmittelhilfe trotz der nuklearen Aufrüstung des Staates fortsetzen.
Die NZZ: «Präsident Bush hat bei früherer Gelegenheit einmal ausgerufen, er verabscheue Kim Jong II, weil der nordkoreanische Herrscher sein Volk aushungere. Am Donnerstag erneuerte Bush an seinem Ferienwohnsitz in Texas diesen Vorwurf.»
Wahlen in Israel
Die BASLER ZEITUNG thematisiert den israelischen Wahlkampf. Ihr Kommentar: «Ist Israel noch eine rechtstaatliche Demokratie? Die letzten Tage und Wochen haben schon länger bestehende Zweifel erheblich verstärkt.»
Auch DER BUND befasst sich mit den bevorstehenden Wahlen in Israel. Die Zeitung titelt ihren Kommentar mit «Tod einer Demokratie». Laut BUND ist Israel keine funktionierende Demokratie mehr.
Das Fazit der Zeitung: «In der regierenden Likud-Partei werden Mandate und Ämter – also staatliche Macht – ganz offensichtlich gekauft.»
Das ST. GALLER TAGBLATT erwähnt eine aktuelle Umfrage in Israel, die auf eine im Volk sinkende Unterstützung der in einen Korruptionsskandal verwickelten Regierungspartei hinweist.
swissinfo, Elvira Wiegers
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch