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Presseschau vom 04.02.2004

Nach der Untersuchung des Crossair-Absturzes bei Bassersdorf steht aus der Sicht verschiedener Zeitungskommentatoren der heutige Swiss-Chef André Dosé in der Kritik.

Im Visier ist aber auch Bundesrat Leuenberger. Grundsätzlich fragen sich alle, wie es soweit hat kommen können.

«Pilotenfehler führte zur Katastrophe» titelt die BASLER ZEITUNG. Doch bereits im Untertitel ergänzt die BAZ:

«Eine Mitschuld tragen laut dem Untersuchungsbericht aber auch Crossair und die Behörden. Ein Strafverfahren ist eröffnet.»

Pilot, Copilot, Fluggesellschaft, Aufsichtsbehörde und Flugsicherung: Alle werden sie im Bericht erwähnt. Die NEUE LUZERNER ZEITUNG meint dazu:

«Man reibt sich die Augen, mag es kaum glauben. (…) Was fatal an Verhältnisse in einer Bananenrepublik erinnert, passierte in der vermeintlich mustergültigen Schweiz.»

Alle Zeitungen sind sich einig, hauptschuldig am Absturz ist der Pilot. «Ein Flugkapitän, der grobfahrlässige Fehler macht und klare Vorschriften missachtet», so die NLZ.

«Neue Risiken für die Swiss»

Doch damals bei der Crossair verantwortlich war der heutige Swiss-Chef André Dosé. «Die damalige Crossair-Führung kann sich nicht hinter den fliegerischen Defiziten des Piloten verstecken», schreibt der BUND.

Als Nachfolgegesellschaft der Crossair habe die Swiss erkannt, dass man Risiken managen und mithin reduzieren könne, so der BUND weiter.

Dennoch blieben «neue Risiken für die Swiss». Sie müsse sich damit beschäftigen, «dass ihr Chef für seine Crossair-Zeit womöglich ins Visier der Justiz gerät.» Konkret hat die Bundesanwaltschaft ein Strafverfahren gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Tötung eröffnet.

Alles in allem folgert der BLICK: «Dosé steht als Sündenbock da.»

Politische Verantwortung bei Bundesrat Leuenberger

Für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG ist die «politische Dimension» des Ganzen viel zentraler. Das Blatt ortet die Hauptprobleme bei der Kontrollbehörde, dem Bundesamt für Zivilluftfahrt. Und wenn dort solche Fehler passierten, «dann ist es am zuständigen Departementsvorsteher, kraft seiner Autorität Lösungen zu erzwingen. Es muss an der Spitze des UVEK Schluss sein mit dem halböffentlich deklarierten Desinteresse an der Sache Luftfahrt.»

Etwas weniger deutlich geht der TAGES-ANZEIGER mit Bundesrat Leuenberger ins Gericht:

«Der Bundesrat hatte sich wegen des Fluglärmstreits kurz zuvor von Deutschland Ostanflüge nach 22 Uhr aufzwingen lassen (…). Die Erkenntnis ist eindeutig: Wenn es um die Sicherheit geht, haben politische Forderungen nur zweite Priorität.»

swissinfo, Eva Herrmann

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