Presseschau von 22.07.2002
Der Telecom-Konzern WorldCom beantragt die Nachlassstundung - es ist der grösste Fall einer ganzen Reihe. Der TAGES-ANZEIGER blickt nach vorn: "Am Schluss des Reinemachens werden einige wenige übrig bleiben, vor allem die ehemaligen Monopolisten
Die Begründung des TAGI:
«Ihre Aktien sind in der Bevölkerung derart breit gestreut, dass man sich einen Kollaps allein schon aus wahltaktischen Gründen nicht leisten kann.»
Wahltaktik ist auch in den USA dringend gefragt. Im Herbst sind Kongresswahlen – für die BASLER ZEITUNG mehr als nur ein üblicher Stimmungstest zur Halbzeit der Präsidentschaft:
«Ob der Wähler Bush eine Warnung zukommen lässt und wie der darauf reagiert, wird weithin spürbar sein. Vielleicht bis nach Bagdad.»
Der Berner BUND betont, es seien ja «Ex-CEOs» im Weissen Haus:
«Auch Bush und Vizepräsident Cheney haben früher exakt jene dubiosen Transaktionen getätigt, die heute alle verdammen. Die Forderungen, endlich alle Karten auf den Tisch zu legen, werden immer lauter.»
Laut und deutlich zu Lage der Schweiz äussert sich der PR-Berater Klaus J. Stöhlker in AARGAUER ZEITUNG und LE TEMPS. Die Schweiz lebe im Zustand der Systemkrise und sei in Auflösung begriffen. Sie sei nicht mehr fähig, ihren Wohlstand zu finanzieren. Es sei
«die Warnung des Hofnarren»,
so die AARGAUER ZEITUNG.
«Sie sollte uns nachdenklich stimmen.»
Doch es gibt nicht nur Krisen in der Schweiz und im Rest der Welt. Endlich, ist man beinahe schon versucht zu sagen, endlich beschäftigen sich die Zeitungen auch mit den klassischen Sommerthemen. Das ST. GALLER TAGBLATT widmet den Ferienreisenden die halbe Frontseite und titelt:
«Vereint im Stau gen Süden.»
Und nachdem letzte Woche in einem Magazin bereits die ultimative Reportage vom Loch Ness zu lesen war, bringt das Boulevard-Blatt BLICK heute Kreise im Kornfeld. Immerhin lässt die Zeitung die Urheberschaft der Kornkreise offen:
«Humbug oder eine mysteriöse Botschaft aus dem All?»
Der Bauer wird zitiert:
«Es ist mir unheimlich.»
Und da wäre auf beinahe allen Titelbildern noch der strahlende junge Mann in Rot, der am Sonntag den 5. WM-Titel in der Formel 1 nach Hause fuhr.
«Schumacher so schnell wie keiner»,
titelt die NEUE LUZERNER ZEITUNG.
«Schumacher schreibt Formel-1-Geschichte»,
erinnert die BAZ. Und im BLICK heisst kurz und bündig:
«Super-Schumi» und «Schumissimo».
Eva Herrmann
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