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SRG- Generaldirektor Walpen plädiert für starken Service Public

SRG-Generaldirektor Walpen (l.) mit SRG-Präsident Lehmann (r.) Keystone

Das Schweizer Mediensystem braucht laut SRG-Generaldirektor Armin Walpen einen starken Service Public. Dieser dürfe aber nicht überreglementiert werden, sagte er an der Jahrespressekonferenz der SRG SSR idée suisse.

Zum positiven Unternehmensergebnis trugen auch die kommerziellen Erträge bei.

Walpen bezeichnete das Jahr 1999 am Dienstag (27.06.) in Bern als ereignisreich. So wurde die Marke SRG SSR idée suisse eingeführt, die Gebühren erhöht, und neue kommerzielle Konkurrenz sei auf- und zum Teil wieder abgetreten.

Zudem erfolgten erste Vorstösse für eine Revision des Radio- und Fernsehgesetzes (RTVG) sowie Verhandlungen für einen neuen Gesamtarbeitsvertrag. Eine starke Schweiz brauche einen starken Service Public im Medienbereich, sagte Walpen.

Kommerzielle Sender funktionierten nur nach den Gesetzen des Profits. Wohin das führe, hätten die Vorgänge um RTL/PRo7 und TV3 gezeigt. «Wer nicht rentiert, wird wegradiert», sagte Walpen. Er wandte sich gegen Vorstösse, welche die Aktivitäten der SRG einschränken wollen.

Einen Service-Public-Veranstalter auf Bestehendes einzufrieren, wäre fatal, sagte er zur Revision des RTVG. Das Gesetz dürfe nicht zu einem Korsett werden, das Entwicklungen verunmögliche. Zudem müsse der Service-Public-Veranstalter auch Sendungen für die Mehrheit produzieren können.

Denn nur die Befriedigung ihrer Bedürfnisse garantiere auf Dauer die Gebühren und damit die Berücksichtigung der Interessen der Minderheiten. Erfreut zeigte sich der SRG-Generaldirektor über Untersuchungen, gemäss denen drei Viertel der Bevölkerung die Gebührenfinanzierung des Unternehmens befürwortet.

Wie Walpen zur Zukunft der SRG sagte, will das Unternehmen weiterhin nicht jeden Trend mitmachen, sondern strenge qualitative Kriterien für Neuentwicklungen anwenden.

Die Möglichkeiten von Kombinationen von traditionellen mit neuen Medienformen sollen ausgenutzt werden. Bei der Distribution stünden zurzeit grosse Investitionen an, insbesondere die Einführung von mobilen digitalen Verbreitungsformen.

Die SRG SSR habe nach ersten Erfahrungen mit Digital Audio Broadcasting DAB das Tempo gedrosselt. «Wir werden in Zukunft abwarten, welche Standards sich international im Markt durchsetzen, um dann kurzfristig Investitionen zu tätigen», erklärte er.

Wieder in der Gewinnzone

Die SRG SSR idée suisse ist 1999, wie bereits berichtet, nach zwei Verlustjahren mit einem Unternehmensergebnis von 4,3 Millionen Franken in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Dazu beigetragen habe die starke Entwicklung der kommerziellen Erträge, welche den Rückgang der Empfangsgebühren kompensiert habe, hiess es an der Jahrespressekonferenz.

Dieses Ergebnis sei aber auch dank neuer Finanzinstrumente und eines überarbeiteten Prozesses der Finanzplanung erreicht worden. Ausgehend von der Unternehmensstrategie, der Planung sowie der Analyse von Risiken und Chancen würden die Ausgaben und die Einnahmen fortlaufend aufeinander abgestimmt.

Deutschschweizer Fernsehen plant ständigen Info-Kanal

Das deutschschweizer Fernsehen SF DRS will einen ständigen Infokanal einrichten. Die SRG SSR idée suisse und die Presse TV AG (PTV) haben beim Bundesrat zwei entsprechende Konzessionsgesuche für den Kanal SF info
eingereicht. Dieser soll im Kabelnetz oder über Satellit Wiederholungen der Informationssendungen von SF DRS und PTV zeigen.

Ein Versuchsbetrieb von SF info läuft seit Mai 1999 in der Agglomeration Zürich, wie die SRG SSR idee suisse am Dienstag an der Jahrespressekonferenz in Bern mitteilte.

Der Kanal sei für Personen gedacht, die nicht regelmässig zu einem bestimmten Zeitpunkt die Informationssendungen nutzen könnten. Dank der Wiederholungen würden die aufwendigen Produktionen besser ausgewertet und damit der Service Public verbessert. Der Versuchsbetrieb zeige, dass vor allem viel beschäftigte Nutzer die Serviceleistung der Wiederholungen schätzten.

swissinfo und Agenturen

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