Kunsthaus soll für Zürcherinnen und Zürcher zeitweise gratis werden
Der Zürcher Gemeinderat wird heute Mittwoch entscheiden, ob das Kunsthaus 7,3 Millionen Franken mehr Subventionen erhält. Dabei fordert die Kommissionsmehrheit eine Entschädigung: An einzelnen Tagen soll das gesamte Kunsthaus gratis werden.
(Keystone-SDA) Freien Eintritt gibt es im Kunsthaus zwar bereits heute. Immer am Mittwoch ist der Zugang in die Sammlung für alle kostenlos. Sonderausstellungen, die jeweils besonders viel Publikum anziehen, kosten aber trotzdem.
Die Parlamentskommission, die das Kunsthaus-Geschäft vorbereitete, fordert nun als Gegenleistung für die zusätzlichen Subventionen mehr Grosszügigkeit seitens des Kulturbetriebs.
Zusätzlich zum «Gratis-Mittwoch» soll das gesamte Kunsthaus künftig an vier Tagen pro Jahr kostenlos werden, inklusive Sonderausstellungen. Voraussetzung ist, dass die Besucherinnen und Besucher im Kanton Zürich wohnen.
Der Gemeinderat wird voraussichtlich auch entscheiden, dass die zusätzlichen Subventionen für die Kunstgesellschaft nur befristet sprudeln. Diese vier Millionen Franken sollen gemäss Kommissionsmehrheit nur bis Ende 2033 ausgezahlt werden.
Danach soll der Gemeinderat entscheiden, ob die Gelder weiter fliessen oder nicht. Nicht befristet werden voraussichtlich jene drei Millionen Franken für die Stiftung Zürcher Kunsthaus. Diese ist die Eigentümerin der Gebäude und für deren Unterhalt zuständig.
Volk entscheidet
Sofern der Gemeinderat die Gelder genehmigt, hat das Stimmvolk das letzte Wort. Der Abstimmungstermin ist noch für dieses Jahr vorgesehen. Schon jetzt ist klar, dass die Vorlage umstritten sein dürfte. Die SVP verlangte bereits vor einem Jahr einen «Subventions-Stopp». Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Steuerzahler den Misserfolg der Kunsthaus-Führung berappen sollten.
Auch GLP und SP forderten, dass die Frage nach den Verantwortlichen geklärt wird. Hauptgrund für das Finanzloch beim Kunsthaus ist der Chipperfield-Neubau, mit dem sich die Ausstellungsfläche verdoppelte. Der Personalbedarf wurde aber deutlich unterschätzt.