Erfolgreicher Schweizer Auftakt
Das Eishockey-Nationalteam kann das erste Spiel einer Saison doch noch gewinnen. Erstmals seit 1992 gewann die Schweiz eine Saison-Ouvertüre: 4:2 gegen Kanada.
Es war der erste Schweizer Sieg gegen eine kanadische Equipe seit den Erfolgen im Februar 1998 von Chur (2:0) und Huttwil (3:2). Seither hatte das Team von Ralph Krueger elfmal hintereinander gegen Kanada verloren. Anders sieht die Bilanz allerdings in den Heimspielen aus: Da resultierten aus den letzten neun Begegnungen fünf Siege.
Jobins erstes Länderspieltor
Die Vorentscheidung fiel im zweiten Drittel: Alain Demuth (24.) und David Jobin (33.) schlossen innerhalb von neun Minuten zwei Traumkombinationen erfolgreich ab und machten so aus einem 1:2 ein 3:2. Bern-Verteidiger Jobin kam im siebten Länderspiel zum ersten Tor. Lars Weibel glänzte in dieser Phase ebenfalls, nachdem er im Startdrittel zwei von drei Schüssen hatte passieren lassen.
Weibel war aber nicht schuld daran, dass die Schweiz nach 20 Minuten zurück lag. Vielmehr zeigten die Schweizer als Team zehn schlechtere Minuten. Eingeleitet wurde die kurze Krise durch einen Fehlpass von Martin Steinegger in der 10. Minute. Eine Minute später fälschte Dan Hodgson (ZSC) einen Schuss von Chris Belanger zum 1:1 ab. In der 18. Minute tauchten die Kanadier zum ersten und einzigen Mal im Spiel in Überzahl vor Weibel auf; Jean-Yves Roy (Fribourg) profitierte zum 2:1.
Krueger: «Reife Leistung»
Vor einem Jahr kosteten an gleicher Stätte zehn ungenügende Minuten gegen Kanada ein positives Ergebnis (0:3 nach acht Minuten, 4:6 am Schluss). Diesmal liessen sich die Spieler von Ralph Krueger nicht aus dem Rhythmus werfen. «Wir gingen selbst mit dem Rückstand gut um und zeigten eine sehr starke, reife Leistung», so Krueger. «Der Sieg im einzigen Heimspiel vor den Olympischen Spielen ist enorm wichtig.»
Die Schlüsselfiguren im Schweizer Team waren Sandy Jeannin, der in der National-Mannschaft erstmals als Mittelstürmer auftrat, und André Rötheli. Jeannin brachte in der 10. Minute die Schweiz in Führung und bereitete Demuths 2:2 vor.
Aber nicht nur wegen dieser statistischen Werte überzeugte der laufstarke Jeannin. Er erhielt in Über- und Unterzahl viel Eiszeit und wird gemäss Ralph Krueger eine wichtige Rolle im diesjährigen Nationalteam einnehmen. Krueger sieht für Jeannin jene Rolle im Team vor, die bis letzte Saison Michel Zeiter bekleidete.
Rötheli: 1 Tor und 2 Assists
André Rötheli erfüllte in Zürich die Skorer-Erwartungen, die in ihn gesetzt werden. Er assistierte die wunderschön herausgespielten ersten beiden Tore und verwandelte 22 Sekunden vor Schluss einen Penalty zum 4:2-Schlussresultat. Zum Penalty war es gekommen, weil die Kanadier plötzlich mit sieben Spielern den Ausgleich noch erzwingen wollten…
Vielleicht suchten die Gäste mit zuvielen Spielern ihr Heil, weil die Schweizer zwischen Jobins 3:2 (34.) und Röthelis Penaltytor die Partie souverän kontrollierten.
Mit Selbstvertrauen nach Hannover
Dank dem Sieg gings nun mit viel Selbstvertrauen nach Hannover an den Deutschland-Cup. Von Freitag bis Sonntag folgen dort drei weitere Länderspiele gegen die Slowakei (Freitag), nochmals Kanada (Samstag) und Deutschland (Sonntag). Krueger: «Vor einem Jahr wurden wir am Deutschland-Cup Zweiter, nun wäre es sehr schön, wenn wir noch einen Schritt nach oben machen können.»
swissinfo und Rolf Bichsel, Zürich (Si)
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