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Im Osten die Basis für den Coup legen

Gute Stimmung bei den Schweizer Fussballern: Alex Frei scherzt mit Kollegen. Keystone

Die Schweizer U21-National-Mannschaft spielt im EM-Achtelfinal gegen die Ukraine um die Qualifikation für die Endrunde der besten acht im Mai.

Schon das Erreichen der Achtelfinals ist für den Schweizer Fussball ein grosser Erfolg. Die Mannschaft von Trainer Bernard Challandes und dessen Vorgänger Köbi Kuhn, dem aktuellen Coach der A-Nationalmannschaft, wurde in der Gruppe 1 gegen starke Widersacher wie Russland und Jugoslawien ohne Niederlage Gruppen-Siegerin. Deshalb muss ihr auch gegen die Ukraine, Zweite in der Gruppe 3, reelle Chancen eingeräumt werden, den Schritt zur Endrunde zu schaffen.

Die gute Phase, in der sich das Team befindet, ist ein Produkt verbesserter Nachwuchsarbeit im Verband. Von der U16 bis zur U21 lassen alle Trainer ihre Auswahl im 4-4-2-System agieren; die «Unité de doctrine» ermöglicht Erfolge auf allen Stufen. Hinzu kommt, dass in der aktuellen U21-Mannschaft mit wenigen Ausnahmen Spieler stehen, die sich in der Nationalliga A etabliert haben, ein Teil davon — etwa Alex Frei (Servette), Ricardo Cabañas (Grasshoppers), Mario Eggimann und Daniel Gygax (beide Aarau) oder Ludovic Magnin (Lugano) — sind sogar Leistungsträger in ihren Equipen.

Wiewohl es einige Protagonisten der Mannschaft auch in ihren Klubs schon recht weit gebracht haben, fordert Challandes unverminderten Willen zum Erfolg. «Die Spieler dürfen nicht zurückzuschauen, auch nicht genügsam werden nach den guten Partien der ersten Phase», mahnte der ehemalige Lehrer aus La Brévine.

Er habe seinen Akteuren eingetrichtert, dass eine erfolgreiche Vergangenheit nur wertvoll sei, wenn man sie als Basis für eine noch erfolgreichere Gegenwart und die Zukunft betrachtet. «In den letzten Tagen habe ich oftmals Mentaltraining angesetzt und die Spieler darauf eingestellt, dass der Gruppensieg nur eine Etappe ist. Sie lachen manchmal ein bisschen darüber, aber ich bin sicher, dass sie begriffen haben, worum es geht.»

Gegen die Ukraine ist indes nicht nur mentale Stärke sondern auch fussballerisches Können gefragt. Die Osteuropäer verfügen über eine spielstarke Mannschaft, die immer um einen gepflegten Aufbau bemüht ist. Ihr Star ist der Stürmer Oleksi Bielik vom letztjährigen Champions-League-Teilnehmer Schachtjor Donezk. Für das Hinspiel ist der 20-Jährige allerdings (zusammen mit drei weiteren Ukrainern) gesperrt: im letzten Qualifikationsspiel in Polen wurden vier Spieler des Feldes verwiesen. Zumindest Bielik wird im Rückspiel in Aarau wieder dabei sein.

Challandes möchte verhindern, dass die Abwesenden in den Vordergrund gerückt werden. «Die Auswahl an guten Fussballern in der Ukraine ist gross. Während der ganzen Phase der Gruppenspiele hatte die Mannschaft viele Absenzen. Trotzdem wurde Jewen Lutsenko, der in Lausanne in der Nationalliga A eine wichtige Rolle spielt, nie aufgeboten.»

Die Schweizer haben nur wenige personelle Sorgen. In Kiew sitzt Ludovic Magnin eine Sperre ab. Fraglich ist zudem der Einsatz des angeschlagenen Elvir Melunovic; der Aarauer hat bisher nicht mit der Mannschaft trainiert. Der GC-Mittelfeldspieler Ricardo Cabañas verzichtete wegen einer Erkältung auf Bewegung im Freien während der nass-kalten Vorbereitungstage im Aargau; aber der in den Gruppenspielen überragende und mit elf Toren erfolgreichste Schweizer wird mittun können.

Die grosse Stärke der Schweizer ist der Zusammenhalt. Nur so war es möglich, im entscheidenden Spiel in Russland den 1:3-Rückstand in der Schlussphase noch wettzumachen. Challandes hatte damals den Film «Remember the Titans» mit Denzel Washington, in dem ein Football-Team über rassistische Schranken hinweg zum Erfolg findet, als Vergleich herangezogen, um die Spieler zu motivieren.

Und was unternimmt er in Kiew? «Ich habe mir wieder etwas einfallen lassen, will es aber noch nicht verraten», sagte der 50-Jährige schmunzelnd. Einen Anhaltspunkt für die Wirkung seines neusten Tricks wird man am Sonntag erhalten, am Mittwoch in Aarau soll die entscheidende Antwort auf die Frage folgen.

swissinfo und Agenturen

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