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Montesinos: Schweizer Rechtshilfe gewünscht

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Der Ex-Geheimdienstchef Perus, Vladimiro Montesinos, ist am Montag (25.06.) nach Peru gebracht worden. Die Schweiz hat im Zusammenhang mit den Geldern Montesinos ein neues Rechtshilfe-Gesuch erhalten. Im Moment beläuft sich die Summe der in der Schweiz blockierten Gelder auf 194 Mio. Franken.

Das Gesuch war am Freitag (22.06.) in Bern eingetroffen. Das Bundesamt für Justiz (BJ) überprüfe das Gesuch derzeit, so die Verantwortlichen. Das Verfahren wird vom Kanton Zürich geleitet.

Keines der Gesuche betreffe den ehemaligen Präsidenten Perus, Alberto Fujimori, präzisierte das BJ. Nach peruanischen Angaben hat Fujimori, der sich seit seiner Absetzung in Japan aufhält, eine Milliarde Dollar veruntreut. Montesinos war einer der engsten Vertrauten Fujimoris.

Rekurs blockiert Verfahren

Bereits wurden der peruanischen Regierung verschiedene Dokumente, darunter Bankdokumente, zur Verfügung gestellt. Derzeit verhindert aber ein Rekurs beim obersten Schweizer Gericht, dem Bundesgericht, dass der Rest der Unterlagen ausgehändigt wird. Der Rekurs sei von Vertrauten von Montesinos eingereicht worden, sagte Cornelia Cova vom Zürcher Bezirksgericht.

Auch die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) beschäftigt sich mit Montesinos. Sie untersucht, ob die Banken UBS, Leu, Leumi, Fibi und CAI Schweiz (ehemals Canadian Imperial Bank of Commerce), welche Gelder von Montesinos entgegennahmen, ihre Sorgfaltspflicht verletzt haben. Die Nachforschungen sollen bis Ende Jahr abgeschlossen werden.

Innenminister brachte Montesino «nach Hause»

Der peruanische Innenminister Antonio Ketin Vidal hatte vor dem Abflug in Venezuelas Hautpstadt Caracas gesagt, er werde Montesinos nach Hause bringen. Sonst wurde jedoch die Auslieferung möglichst unbemerkt von der Öffentlichkeit vollzogen und es ist unklar, wo Montesinos genau hingebracht wurde.

Der 56-jährige Montesinos war nach seiner Flucht aus Peru vor acht Monaten untergetaucht und erst am Samstag in Venezuela verhaftet worden. Montesinos wird für politische Morde, Drogen- und Waffenhandel, Geldwäscherei, Folterungen sowie für die Unterschlagung von Millionen-Beträgen verantwortlich gemacht.

swissinfo und Agenturen

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