US Open: Ein Spaziergang für Hingis, das Aus für Schnyder
Patty Schnyder und Michel Kratochvil haben am US Open die Favoriten Justine Henin und Jewgeni Kafelnikow über die volle Distanz getrieben. Zum Sieg reichte es aber nicht. Martina Hingis und Miroslava Vavrinec erreichten dafür die 3. Runde.
Für Hingis war die vermeintlich heikle Aufgabe gegen Lina Krasnorutskaja ein leichtes Spiel. Krasnorutskaja, eine der besten nicht gesetzten Spielerinnen, schüttelte nach nur 37 Minuten Hingis gratulierend die Hand. Dieses 6:0, 6:2 ist das bislang kürzeste US-Open-Spiel und eines der kürzesten in Hingis‘ Karriere.
Vavrinec’s Exploit
Weniger selbstverständlich ist der Vorstoss in die 3. Runde der Thurgauerin Miroslava Vavrinec (WTA 96). Vor dem US Open hat die 23-Jährige seit Mitte Mai nur ein Einzel gewonnen. In Flushing Meadows läuft es für sie bislang gut: Nach Torrens Valero besiegte Vavrinec auch Tatjana Putschek (WTA 75) in drei Sätzen (7:5, 4:6, 6:2). Die Partie dauerte dreieinhalb Stunden, alleine das Game zum 6:5 im ersten Satz beanspruchte 30 Minuten oder doppelt so lang wie der erste Satz von Hingis gegen Krasnorutskaja.
Trotz viel Einsatz out
Patty Schnyder hatte Spass am Spiel gegen Justine Henin. Sie spielte wieder einmal in einem grossen Stadion und vor allem wirklich gut. Die Zuschauer standen auf Schnyders Seite und wollten Patty gegen die Wimbledon-Finalistin siegen sehen. Diesen Gefallen konnte sie den Fans aber nicht machen. Die 19-jährige Henin (WTA 6) gewann in zwei Stunden und zwei Minuten 6:7 (7:9), 6:1, 6:4. Patty Schnyder (WTA 40) blieb nur die Hoffnung: Wenn sie öfter so gut spielt wie in Flushing Meadows, dann wird sie auch in der Weltrangliste wieder etwas weiter nach vorne kommen.
Kratochvils Nachlassen
Noch näher als Patty Schnyder stand Michel Kratochvil (ATP 68) der Sensation. Der 22-jährige Ostermundiger führte gegen Jewgeni Kafelnikow mit 2:1 Sätzen und im vierten Satz bei eigenem Aufschlag 3:1, ehe ihm die Partie aus den Händen glitt. «Irgendetwas muss mir bei 3:1 im vierten Satz durch den Kopf gegangen sein, denn nachher spielte ich anders.» Was es war — Kratochvil hatte keine Ahnung. War es die Angst vor dem ersten Sieg gegen einen Top-Ten-Spieler? Oder wollte er mit dem Sieg vor Augen alles zu gut machen?
swissinfo und Agenturen
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