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Weniger Jugendkriminalität

Mit Freiheitsentzug werden Jugendliche selten bestraft. Keystone Archive

Drogenkonsum und Diebstahl sind die beiden häufigsten Jugenddelikte in der Schweiz. Eine zunehmende Gewaltbereitschaft lässt sich nicht belegen.

Im Jahr 2000 wurden in der Schweiz 11’314 Minderjährige (1999: 12’240) wegen verschiedener Straftaten und Gesetzesübertretungen durch Jugendanwaltschaften, Gerichte oder Schulpflegen verurteilt. Der leichte Rückgang der Verurteilungen sei jedoch eine Zufallsschwankung, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte.

Die häufigsten Jugenddelikte betrafen Betäubungsmittelkonsum (37%), am zweithäufigsten war Diebstahl (32%). Der Anteil der Gewaltdelikte war bei Jugendlichen mit 11% laut BFS gering höher als bei den Erwachsenen mit 9%.

Weniger Mädchen

Häufiger als bei Erwachsenen handelte es sich um einfache Körperverletzung (254) und Tätlichkeiten (504), Raub (189) und Erpressung (89), seltener als bei Erwachsenen um Freiheitsberaubung (11) sowie Drohung und Nötigung (259). Ein Tötungsdelikt kam im Jahr 2000 nicht vor.

Buben wiesen mit einem Anteil von 1,9% an der Wohnbevölkerung insgesamt eine vier mal höhere Verurteilungsrate auf als Mädchen (0,5%) und ausländische Jugendliche (1,8%) eine doppelt so grosse wie Schweizer (0,9%). Ein Viertel der Verurteilungen betraf Kinder im Alter zwischen 7 und 14 Jahren.

Fehlende Daten

Eine zuweilen im Zusammenhang mit Jugendkriminalität konstatierte «zunehmende Gewaltbereitschaft» konnte laut BFS bisher statistisch nicht erhärtet werden. Genauso wenig lässt laut Renate Storz vom BFS die gegenüber 1999 beobachtete Abnahme der Verurteilungen um 7,5% den Schluss zu, dass die Jugendkriminalität zurückgeht.

Zur Überprüfung der verschiedenen Annahmen fehlten derzeit zuverlässige Daten sowohl aus Täter- und Opferbefragungen als auch aus Kriminalstatistiken.

Freiheitsentzug selten

In über 60% der Fälle wurden die minderjährigen Delinquenten mit einem Verweis bestraft oder zu einer Arbeitsleistung verurteilt. Die bei Erwachsenen üblichen Sanktionen Freiheitsentzug oder Busse wurden nur in einem Viertel der Fälle verhängt.

swissinfo und Agenturen

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