Wimbledon: Immer weniger SchweizerInnen
Pattys Sieg vom Dienstag (26.06.) freut besonders, denn: Nach dem bitteren und unerwarteten Aus von Martina Hingis gegen Virginia Ruano-Pascual ist bei den Herren auch Michel Kratochvil ausgeschieden. Und Marc Rosset erklärte nach der Niederlage gegen Magnus Larsson sogar den Rücktritt.
Man hatte nie das Gefühl, das Michel Kratochvil gegen die Nummer 9 der Weltrangliste, gegen den Franzosen Sebastien Grosjean, zu einer Überraschung fähig sei. Mit 6:3,6:3, 6:4; fiel das Verdikt denn auch deutlich aus. Damit wird die Schweizer Vertretung schon nach der ersten Runde bedenklich klein. Weiter gekommen sind bislang Roger Roger Federer und Emmanuelle Gagliardi.
Die Gesundheit war’s
Zu Martina Hingis: Ihre Niederlage lässt sich erklären. Wegen einer Zerrung der unteren Rückenmuskulatur war sie in den Tagen vor Wimbledon kaum in der Lage zu trainieren. «Vor zwei Tagen wusste ich noch nicht, ob ich überhaupt würde spielen können», so Hingis. Ihr Antreten gegen die Spanierin Ruano-Pascual (WTA 83) war so gesehen ein Test.
Das unschöne Jubiläum von zehn Major-Turnieren ohne einen Titelgewinn wird für Hingis Konsequenzen haben, wenn auch nicht kurzfristig. In der Weltrangliste wird sie nach Wimbledon die Nummer 1 bleiben. Die Chance, auch Ende Jahr noch die Nummer 1 zu sein, ist nun jedoch nicht mehr gross.
Ein Sieg in elf Turnieren
Aus heiterem Himmel platzte auch die Rücktritts-Erklärung von Marc Rosset (30). Der Genfer verlor trotz einer sehr achtbaren Leistung in fünf Sätzen gegen Magnus Larsson, der wie er vor noch nicht allzulanger Zeit in den Top-Ten figurierte.
Unmittelbar nach dem 4:6, 6:3, 3:6, 6:1, 2:6 gab Rosset einer Handvoll Journalisten folgende Erklärung ab: «Danke, dass ihr gekommen seid, ich mache es ganz kurz. Das hier ist definitiv mein letztes Turnier. Wenn mich niemand umstimmt, war das mein letztes Einzel. Was zuviel ist, ist zuviel.» Nun wird man versuchen, ihn umzustimmen, denn sonst würde er in Gstaad am Schweizer «Alpen-Wimbledon» fehlen. Das wäre fatal, blickt er uns doch seit Tagen von den Plakatwänden herab an und wirbt für Gstaad.
Federer und Gagliardi
Es gab am ersten Wimbledon-Spieltag aus Schweizer Optik auch Erfolgsmeldungen. Roger Federer (ATP 15) machte mit Christophe Rochus (ATP 83) kurzen Prozess und gewann 6:2, 6:3, 6:2. In der 2. Runde trifft Federer auf Xavier Malisse (ATP 53), einen weiteren Belgier.
Und Emmanuelle Gagliardi (WTA 96) hat beim fünften Anlauf in Wimbledon zum zweiten Mal die Startrunde überstanden. Sie besiegte die Britin Lucie Ahl (WTA 164) 6:4, 6:1. In der 2. Runde trifft Gagliardi auf Kristina Brandi (USA), die sie schon zweimal bezwungen hat.
swissinfo und Agenturen
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