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Wirtschafts-Kriminalität: Schäden in Milliardenhöhe

swissinfo.ch

Die Wirtschafts-Kriminalität hat in den vergangenen zwei Jahren europäischen Unternehmen Schäden in Milliardenhöhe zugefügt. Allein der Deliktbetrag wird von PriceWaterhouseCoopers auf rund 5,5 Mrd. Franken errechnet. Schweizer Unternehmen fürchten sich immer mehr vor Cyber-Kriminalität.

Einiges höher als der Deliktbetrag von europaweit 5,5 Mrd. Franken dürfte der effektive Verlust für die Unternehmen sein. Zahlen dazu und Angaben zu den Schäden der Wirtschafts-Kriminalität in der Schweiz macht der Beratungskonzern PriceWaterhouseCoopers in seiner am Dienstag (03.07.) veröffentlichten Studie nicht.

In einer Studie von 1997 war das Beratungs-Unternehmen für die Schweiz von jährlichen Schäden in der Höhe von rund 400 Mio. Franken ausgegangen.

Wirtschafts-Kriminalität nimmt zu

Das Problem verschärft sich. Gemäss der jüngsten Studie rechnen 40% der Schweizer Firmen und Institutionen mit einem Anstieg der Wirtschafts-Kriminalität. Am meisten fürchten sich Schweizer Unternehmen vor der Wirtschafts-Kriminalität im Zusammenhang mit der Informations-Technologie. Dies zu Recht, sagte Pierre Brun von der Beratungsfirma.

Der weltweite Schaden der Cyber-Kriminalität werde auf rund 4 Mrd. Dollar beziffert, sagte Brun. Seiner Ansicht nach ist das aber zu wenig.

Die Informations-Technologie eröffne neue Möglichkeiten, um Unternehmen und Institutionen Schaden zuzufügen, sei dies zum Jux oder aus einer kriminellen Absicht wie Werkspionage oder Erpressung heraus.

Allein Milliardenschaden von «I love you»

Weltweit seien derzeit rund 54’000 Viren bekannt. Alleine der Virus «I love you» habe gemäss Berechnungen der Schweizer Rück-Versicherungs-Gesellschaft Swiss Re Schäden von 2,6 Mrd. Dollar verursacht.

Daneben können Internet-Auftritt lahm gelegt, mit falschen Informationen versehen oder geschützte Daten entnommen werden, erklärte Brun weiter. Hacker, kriminell motivierte Crackers, politisch motivierte «Hacktivisten» oder Mitarbeiter eines Betriebes hätten heute dank entsprechenden Anleitungen relativ einfachen Zugang in fremde Systeme, sagte Brun.

Schweiz scheint wenig betroffen

Insgesamt gaben 42% der befragten Grossunternehmen an, in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Wirtschafts-Kriminalität geworden zu sein, sagte John Wilkinson, Leiter der Forensic Services, Switzerland.

Im Gegensatz zum Durchschnitt der europäischen Länder sehen sich die Schweizer Unternehmen allgemein relativ wenig betroffen. 28% der Unternehmen mit mehr als 5’000 Beschäftigten gaben an, mit Wirtschafts-Kriminalität konfrontiert worden zu sein.

Sensibilität und Kontrolle

Am stärksten betroffen sind der Finanzdienstleistungs- und Bankensektor. Dass hier die meisten Rückmeldungen eingegangen sind, führt Wilkinson auf die erhöhte Sensibilität und die besseren Kontroll-Mechanismen zurück. Schweizer Unternehmen sind überdurchschnittlich auf Delikte im Bereich der Geldwäscherei sensibilisiert.

Wirtschaftskriminalität führe neben dem eigentlichen Deliktsbertrag zu erheblichen Folgeschäden, sagte Wilkinson. Diese beträfen die Geschäftsbeziehungen, die Mitarbeiter-Motivation, aber auch das Image und die Aktienkurse.

Oftmals seien die Kontrollsysteme nicht ausreichend, sagte Wilkinson. Knapp 60 Prozent der Delikte würden per Zufall entdeckt.

Befragt wurden insgesamt 3’403 nationale und multinationale Unternehmen, Non-Profit-Organisationen und Regierungsbehörden in 15 Ländern. In der Schweiz wurden 208 Institutionen in die Studie miteinbezogen.

swissinfo und Agenturen

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