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Erstes systematisches Brustkrebs-Screening in der Zentralschweiz

Keystone-SDA

Der Kanton Luzern führt als erster Kanton in der Zentralschweiz ab Juli ein flächendeckendes Vorsorgeprogramm zur Früherkennung von Brustkrebs ein. Dabei werden Frauen zwischen 50 und 74 Jahren alle zwei Jahre automatisch zur Mammografie eingeladen.

(Keystone-SDA) Durch die regelmässige Vorsorge soll Brustkrebs früh erkannt werden, hiess es an einer Medienkonferenz am Donnerstagmittag im Beisein von Regierungspräsidentin Michaela Tschuor (Mitte), Ärztinnen und Vertreterinnen und Vertretern der kantonalen Dienststelle Gesundheit und Sport.

Werde die Krankheit früh erkannt, seien die Heilungschancen deutlich besser und die Behandlungen oft weniger belastend, sagte Susanne Bucher, Co-Chefärztin und Leiterin des Brustzentrums am Luzerner Kantonsspital.

Selbstbehalt von 15 Franken

Das neue Brustkrebsvorsorgeprogramm richtet sich an alle im Kanton wohnhaften Frauen zwischen 50 und 74 Jahren. Sie erhalten künftig alle zwei Jahre ein persönliches Einladungsschreiben zur Mammografie. Pro Jahr werden damit rund 30’000 Frauen eingeladen, wie es an der Medienorientierung hiess.

Die Teilnahme am Programm ist freiwillig und kann auch unabhängig von der Einladung erfolgen. Die Kosten sollen grösstenteils übernommen werden. Es bleibt ein Selbstbehalt von 10 Prozent, was laut Mitteilung rund 15 Franken entspricht. Das Programm ermögliche allen Frauen eine Teilnahme, unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten, sagte Lara Lüthi, Leiterin des Brustkrebsvorsorgeprogramms. Ausgenommen sind Frauen mit einer aktuellen Brustkrebsdiagnose oder wenn die letzte Mammografie weniger als zwölf Monate zurückliegt.

Grauer Fleck ist pinker geworden

16 Kantone haben seit 1993 organisierte Programme zur Brustkrebs-Früherkennung eingeführt. Die Romandie machte vor 30 Jahren den Anfang, die Zentralschweiz hingegen blieb bis heute ein blinder Fleck. «Mit diesem Programm ist der graue Fleck auf der Karte in der Zentralschweiz endlich etwas pinker geworden», sagte die Gesundheits- und Sozialdirektorin in Anspielung auf die rosa Schleife, das internationale Symbol für Brustkrebs-Aufklärung und Solidarität.

Auf eine entsprechende Journalistenfrage, warum es in der Zentralschweiz deutlich länger gedauert habe als in anderen Kantonen, mutmasste Tschuor: «Möglicherweise hat man sich zu lange auf ältere Studien berufen, die den Nutzen eines Screenings anzweifelten.»

Die Faktenlage sei heute eine andere, erklärte Susanne Bucher. Eine weltweite Studie zeige, dass die Brustkrebsmortalität von Frauen, die am Screening teilgenommen haben, um ein Drittel zurückgegangen sei. «Brustkrebsfrüherkennung hilft der Patientin, den Angehörigen, dem Arbeitgeber und den Kostenträgern», sagte Bucher.

Fünf teilnehmende Radiologieinstitute

Die Mammografie kann in der Hirslanden Klinik St. Anna in Luzern, am Luzerner Kantonsspital in Luzern, Sursee oder Wolhusen sowie am Medizinischen Radiologiezentrum MRZ in Luzern durchgeführt werden.

Die Aufnahmen werden jeweils von zwei Fachärztinnen und Fachärzten unabhängig voneinander beurteilt, hiess es. Bei unauffälligem Befund folgt nach zwei Jahren erneut eine Einladung, bei Auffälligkeiten werden weitere Abklärungen empfohlen.

Im August macht eine Roadshow mit dem «Pink Cube» in Luzern, Willisau, Hochdorf und Sursee Halt und informiert über das neue Vorsorgeprogramm.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen und gehört zu den häufigsten krebsbedingten Todesursachen. Jede achte Frau ist im Laufe ihres Lebens betroffen. Pro Jahr erkranken laut dem Kanton rund 6500 Frauen neu an Brustkrebs. Auch Männer können an Brustkrebs erkranken, allerdings nur in sehr seltenen Fällen.

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