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Marc Berthod gewinnt Slalom von Adelboden

Marc Berthod hat alles riskiert - und gewonnen.

(Keystone)

Von Platz 27 zum Sieg: Der Schweizer Skifahrer Marc Berthod schafft die Sensation und gewinnt den Slalom von Adelboden. Mit einem unglaublichen zweiten Lauf deklassierte er die gesamte Weltelite.

Dies ist der erste Schweizer Sieg in einem Slalom seit Didier Plaschys Erfolg von 1999 und der erste Weltcup-Erfolg seit 2004.

Das hat vor Marc Berthod noch keiner geschafft: Von 27 auf 1 - das bedeutet "Weltrekord". Die bisherige Bestmarke hatte Benjamin Raich gehalten, der vor sieben Jahren in Schladming den Nachtslalom aus der 23. Zwischenposition für sich entschieden hatte. Für den Pitztaler wars damals ebenfalls der erste Weltcup-Sieg gewesen.

Keinen Rekord bedeutet allerdings der Sieg mit der Nummer 60. Im November 2001 hatte Ivica Kostelic im Slalom in Aspen mit der "64" triumphiert.

Berthod sorgte er mit seinem Exploit beim Publikum für viel Spannung, versuchten im zweiten Durchgang nicht weniger als 26 Fahrer, seine Vorgabe zu unterbieten. Einen Teil seines Rekord-Vorsprungs von 1,53 Sekunden auf den Zweitschnellsten im zweiten Lauf, den Italiener Mölgg, realisierte der 23-jährige Juniorenweltmeister von 2003 mit einer stupenden, sehr flüssigen Leistung oben, mehr noch aber unten.

Crescendo

Der Jubel der knapp 10'000 Zuschauer wurde bei jedem Fahrer, der scheiterte, ausgelassener. Auch der Vortages-Riesenslalomsieger Benjamin Raich biss an Berthods Zeit auf Granit: Der Österreicher wurde Zweiter, vor seinem Teamkollegen Mario Matt.

Guter Zehnter wurde der zweite Schweizer Daniel Albrecht. Er war nach dem ersten Lauf auf 19. Position. Marc Gini, der nach dem ersten Lauf als 14. überraschend der bestplatzierte Schweizer war, rutschte nach einer fehlerhaften Fahrt an den Schluss des Klassements ab.

Nichts zu verlieren

Marc Berthods Erklärung für seinen Exploit ist ganz profan: "Ich hatte ja im Slalom nichts zu verlieren und konnte ohne grossen Druck drauflos fahren", sagte er.

Immerhin hat er im ersten Lauf sein Temperament gedrosselt und damit bewiesen, dass er auch kontrolliert Slalom fahren kann: Er versuchte, sicher ins Ziel zu kommen.

"Im zweiten Lauf, in dem ich voll gehen konnte, fühlte ich mich aber schon etwas wohler. Aber etwas Glück war auch dabei", gab er zu. Das Glück des Tüchtigen.

Lange Durststrecke

Berthods Triumph ist der erste Schweizer Weltcup-Sieg im Slalom, seit 1999 Didier Plaschy in Kranjska Gora nur einen Monat nach seiner Premiere in Beaver Creek nachgedoppelt hatte.

Zudem sorgte Berthod für den ersten Schweizer Sieg im Weltcup überhaupt seit Februar 2004, nach 103 sieglosen Rennen und 1073 Tagen.

Letztmals hatte am 30. Januar 2004 ein Schweizer ein Weltcuprennen für sich entschieden. Didier Cuche gewann damals die Weltcup-Abfahrt von Garmisch.

Spezielle Beziehung

Sein bisheriges Bestergebnis im Slalom-Weltcup hatte Berthod mit dem 16. Rang vor zwölf Monaten ebenfalls in Adelboden abgeliefert.

Auf der Piste am Chuenisbärgli hatte Berthod schon vor zwei Jahren eine spezielle Vorstellung gegeben. Damals war er mit der Startnummer 58 im Riesenslalom in den 7. Rang vorgefahren, der bis zum 2. Platz in der Super-Kombination Ende letzten November in Beaver Creek das Bestergebnis dargestellt hatte.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Geschichte der Skirennen in Adelboden ist älter als der Weltcup, der seit 1967 stattfindet. 1955 fand das erste Rennen statt, ein Slalom.

Der erste Sieger hiess Martin Julen und war der Vater des späteren Olympiasiegers Max Julen. 1958 fand der erste Riesenslalom statt, wieder mit einem Schweizer Sieger: Roger Staub.

Später, im Rahmen des Weltcups, wurden die Schweizer Sieger rarer, dafür trugen alle klingende Namen: Werner Mattle (1972), Heini Hemmi (1977), Pirmin Zurbriggen (1983 und 1987), Michael von Grünigen (1993 und 1996) sowie Didier Cuche (2002).

Seit dem 7. Januar 2007 gehört auch Marc Berthod zu diesem erlauchten Kreis.

Infobox Ende

Fakten

1. Marc Berthod (Sz) 1:47,42
2. Benjamin Raich (Ö) 0,26 zurück
3. Mario Matt (Ö) 0,38
10. Daniel Albrecht (Sz) 1,25
23. Marc Gini (Sz) 3,27

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