Micronas Q3: Umsatzrückgang und erneuter Verlust – Erholung in Sicht (Zus)
Zürich (awp) – Der Halbleiterhersteller Micronas hat im dritten Quartal erneut einen Umsatzrückgang erlitten und schreibt weiterhin rote Zahlen. Das Erdbeben in Japan hatte in dem für die Gruppe wichtigen japanischen Automobilmarkt zu Produktionsausfällen geführt. Die Erholung im «Land der aufgehenden Sonne» kommt nun aber schneller voran als erwartet und so erhöht Micronas die Prognosen für das laufende Jahr. An der Börse legen die Aktien stark zu.
Im dritten Quartal sank der Gruppen-Umsatz zum Vorquartal um 7,1% auf 35,5 Mio CHF. Das Betriebsergebnis EBIT hat sich dagegen auf 5,24 Mio mehr als verdoppelt, wie Micronas am Dienstag mitteilte. Auf das Finanzergebnis drückte aber eine Wertberichtigung von 7,3 Mio, die auf der Beteiligung an der Trident Microsystems vorgenommen werden musste. Somit verblieb ein Reinverlust von 2,43 Mio nach einem Minus von sogar 4,02 Mio im zweiten Quartal.
UMSATZEINBUSSEN IN JAPAN
In den ersten neun Monaten ging der Umsatz um knapp 21% auf 115,2 Mio CHF zurück. Der Rückgang sei in erster Linie auf das Auslaufen von Verkäufen von Consumer-Produkten und den sogenannten Dashboard-Controllern, die für Anwendungen im Auto-Armaturenbrett eingesetzt werden, zurückzuführen, hiess es.
Der EBIT belief sich nach neun Monaten auf 13,5 Mio CHF, entsprechend einer EBIT-Marge von 11,7%. Im Vorjahr hatte der Betriebsgewinn noch 17,4 Mio betragen. Unter dem Strich resultierte ein Reinverlust von 1,13 Mio nach einem Gewinn von 15,6 Mio.
Im Bereich Automotive führten die Ausfälle in Japan im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal zu einem Rückgang um 9,8% auf 33,0 Mio. In den ersten neun Monate verringerten sich die Verkäufe zum Vorjahr um knapp 11% auf 109,4 Mio. Der EBIT sank in den Monaten Januar bis September auf 10,1 Mio nach 14,6 Mio.
Die Consumer-Produkte leisteten in den ersten neun Monaten einen Umsatzbeitrag von 5,8 (Vj 22,4) Mio, 2,6 Mio davon im dritten Quartal. Der EBIT lag bei 3,37 (2,76) Mio.
HÖHERE JAHRESZIELE
Die japanische Automobilindustrie habe sich allerdings rascher als erwartet erholt. Im Monat September erreichte die Produktion des japanischen Automobilmarktes wieder das Niveau von Anfang 2011, erklärte CEO Matthias Bopp im Gespräch mit AWP.
Dies wirkte sich auch positiv auf den Bestellungseingang von Micronas aus. Im Automotive-Geschäft betrug die Book-to-Bill-Ratio im Berichtsquartal 1,12. Auf Gruppenebene verbesserte sich dieser Wert auf 1,09 nach 0,82 im zweiten Quartal und der Bestellungseingang erhöhte sich um 22,5% auf 38,6 Mio.
Micronas hob in der Folge die Zielsetzungen für das laufende Jahr an. Neu wird 2011 mit einem Umsatz von 155 Mio CHF und einer EBIT-Marge von 12% gerechnet. Anlässlich der Halbjahrespublikation Mitte Juli erwartete das Unternehmen noch einen Umsatz zwischen 150 und 155 Mio mit eine EBIT-Marge von 8 bis 10%.
«Wir sind sehr optimistisch, dass wir den Umsatz weiter steigern können, geben aber zum heutigen Zeitpunkt für die kommenden Jahre noch keine Prognosen dazu ab», sagte Bopp weiter. Ob Micronas auf Stufe Reinergebnis per Jahresende in die «schwarzen Zahlen» zurückkehren wird, liess er aber offen.
AKTIE GESUCHT
An der Börse werden die Aktien von Micronas stark nachgefragt. Bis um 15.30 Uhr steigen die Titel bei sehr hohen Volumen um 8,6% auf 7,20 CHF, demgegenüber verliert der Gesamtmarkt (SPI) 0,50%.
Das besser als erwartet ausgefallene Zahlenset und insbesondere die erhöhten Aussichten werden von Händlern und Analysten begrüsst. Damit sich die Aktie aber substantiell von den tiefen Niveaus erholen könne, müsse die Gruppe den Beweis erbringen, dass sie wieder über längere Zeit Gewinne erwirtschaften könne.
mk/tp