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Mitarbeitende von Telebielingue fordern einen Sozialplan

Keystone-SDA

Nach der angekündigten Massenentlassung beim Bieler Regionalsender Telebielingue fordern dessen Mitarbeitende Verhandlungen zur Ausarbeitung eines Sozialplans. Am Mittwoch haben sie vor ihrem Arbeitsplatz eine öffentliche Aktion durchgeführt - ohne die Geschäftsleitung.

(Keystone-SDA) «Es mangelt an Transparenz seitens der Geschäftsleitung in diesem gesamten Prozess», sagte Claudia Nuara, Vertreterin der Mitarbeitenden, zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Wir möchten mit mehr Respekt behandelt werden und mehr Zeit für die berufliche Neuorientierung erhalten.»

Die Mitarbeitenden erwarten bis zum 10. Mai eine Antwort auf ihre Forderung. Geplant war, der Geschäftsleitung eine von fast der gesamten Belegschaft unterzeichnete Petition zu überreichen. Diese lehnte die Einladung zur Übergabe allerdings ab.

Sozialplan nicht umsetzbar

Ein Sozialplan sei gesetzlich nicht vorgesehen und wirtschaftlich nicht realisierbar, liess die Geschäftsleitung der Gassmann-Gruppe, zu der Telebielingue gehört, in einer Stellungnahme verlauten. Man halte aber daran fest, Härtefälle individuell zu prüfen.

Die rund 40 Mitarbeitenden von Telebielingue erfuhren Anfang April von ihrer Entlassung, nachdem der Sender seine Konzession an einen Neuenburger Konkurrenten verloren hatte. Letzte Woche kündete die Geschäftsleitung an, mit einem neuen Konzept weiterzusenden. So will sie bis zu 17 Arbeitsplätze erhalten.

Die Belegschaft kritisierte, dass der Aufbau von «Telebielingue 2.0» und die damit verbundene Rekrutierung «unter fast völliger Geheimhaltung» stattfänden. Die Geschäftsleitung wiederum entgegnete, dass der Auswahlprozess «der gebotenen beruflichen Diskretion und dem Schutz der Privatsphäre aller Beteiligten» entspreche.

Was den Vorwurf der mangelnden Transparenz betrifft, hielt die Geschäftsleitung fest, dass die Personalkommission direkt in die entscheidenden Gespräche eingebunden gewesen sei. «Unsere Tür für einen sachlichen Diskurs steht weiterhin jederzeit offen.»

Durch den Wegfall der Konzession fehlen Telebielingue jährliche Gebührenanteile von rund 3,7 Millionen Franken. Am 1. Mai wurden laut Claudia Nuara insgesamt 41 Entlassungen ausgesprochen. Den Sender gibt es seit 1999.

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