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Munich Re erhält Millionenstrafe in Spanien

Dieser Inhalt wurde am 13. November 2009 - 12:30 publiziert

MADRID (awp international) - Sechs grosse Versicherer, darunter der deutsche Rückversicherer Munich Re, sind in Spanien wegen des Vorwurfs illegaler Preisabsprachen mit einem Bussgeld von zusammen fast 121 Millionen Euro bestraft worden. Die beschuldigten Unternehmen, zu denen auch der spanische Marktführer Mapfre zählt, hätten zwischen 2002 und 2007 im Stile eines Kartells die Preise für Versicherungen gegen Baumängel an Wohnhäusern untereinander ausgemacht, teilte die Wettbewerbsbehörde CNC nach Presseberichten vom Freitag in Madrid mit. Es sei das höchste Bussgeld, das wegen Preisabsprachen bislang in Spanien verhängt wurde.
Die Munich Re soll demnach rund 15,9 Millionen Euro Strafe zahlen. Eine Sprecherin des Konzerns bestätigte auf Anfrage, es gebe einen entsprechenden Bescheid. "Ja, die spanische Kartellbehörde hat gestern eine Entscheidung verkündet und diese Entscheidung werden wir jetzt genau anschauen und prüfen." Juristische Schritte hielt sie sich zumindest offen. Nach spanischem Recht sei es möglich, Widerspruch gegen die Entscheidung einzulegen, sagte die Sprecherin. "Wir werden zu gegebener Zeit prüfen, wie wir weiter vorgehen. Wir müssen das jetzt erstmal von den spanischen Anwälten prüfen lassen."
Bei den übrigen Versicherern handelt es sich nach Angaben der CNC um die spanischen Unternehmen Asefa und Caser sowie um die Schweizer Swiss Re und die französische Scor. Der mit 21,6 Millionen Euro bestrafte Versicherer Mapfre wies die Vorwürfe zurück und kündigte Einspruch ein. Das Bussgeld sei zudem völlig überzogen und rechtlich unbegründet.
Die Wettbewerbshüter erklärten dagegen, es handele sich um einen äusserst schweren Verstoss. Durch die Preisabsprachen sei die Konkurrenz jahrelang ausgeschaltet worden. Zudem gehe es um Versicherungen, deren Abschluss für Wohnungsbaugesellschaften gesetzlich vorgeschrieben sei. Die Kosten würden oftmals auf den Immobilienpreis aufgeschlagen. Angesichts des riesigen Immobilienbooms, den Spanien bis 2007 erlebt hatte, war die Nachfrage nach solchen Versicherungen sprunghaft gestiegen. Zwischen 2002 und 2007 waren laut CNC in Spanien entsprechende Policen im Wert von fast 1,8 Milliarden Euro abgeschlossen worden./jv/mf/DP/tw

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