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Muslim-Dialog ja, aber ohne Zentralrat

Der Islamische Zentralrat darf am Muslim-Dialog des Bundes weiterhin nicht teilnehmen. Diesen Dialog will Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf unter Federführung des Bundesamts für Migration mit der muslimischen Bevölkerung intensivieren und vertiefen.

Dem Zentralrat IZRS wird die Teilnahme verweigert, weil er mit seinem Präsidenten Nicolas Blancho in den Fokus des öffentlichen Interesses geriet. Der IZRS, an dessen Spitze zwei junge Schweizer Konvertiten stehen, gilt als fundamentalistisch und wird von manchen Schweizern als bedrohlich wahrgenommen.

Gegründe wurde der inner- und ausserhalb der muslimischen Gemeinde umstrittene Zentralrat kurz vor der Minarettsverbots-Abstimmung im vergangenen November.

Alard du Bois-Reymond findet als Direktor des Bundesamts für Migration (BFM) ein Teilnahme als «undenkbar». Er hatte die Spitzen des Zentralrats zu einem Treffen in Bern eingeladen und festgehalten, dass die hiesige Rechtsordnung für alle in der Schweiz lebenden Menschen gelte.

Der Zentralrat sei aufgefordert worden, sich explizit von der Steinigung von Frauen zu distanzieren. Ferner habe du Bois-Reymond klar gemacht, dass bestimmte Werte wie etwa die Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht verhandelbar seien. Auch die Einführung eines Fatwa-Rats komme nicht in Frage.

Es gelte die Bildung von Parallelgesellschaften zu verhindern, unterstrich das Bundesamt für Migration. «Unter den gegebenen Voraussetzungen ist eine Partizipation des IZRS am Muslim-Dialog undenkbar», hielt du Bois-Reymond fest.

Das Bundesamt betont im weiteren, Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf wolle den Dialog mit der übrigen muslimischen Bevölkerung intensivieren. Die überwiegende Mehrheit der rund 350’000 Muslime in der Schweiz sei gut integriert oder bemühe sich um die Integration.

Der IZRS-Sprecher Abdel Azziz Qaasim Illi sagte der Zentralrat sei zuversichtlich, dass er über kurz oder lang doch in den Muslim-Dialog von eingebunden werde. Langfristig wäre es laut Illi, einem Student der Islamwissenschaften an der Uni Bern, auf jeden Fall «kontraproduktiv und falsch», den Zentralrat vom Muslim-Dialog fernzuhalten.

Dem Zentralrat gehören nach eigenen Angaben rund 1000 Personen an, vielfach Schweizer Konvertiten. Insgesamt gibt es In der Schweiz mehr als 300 verschiedene Moscheevereine, islamischen Stiftungen und Verbände. Zu einem gemeinsamen Dachverband haben sie nicht zusammen gefunden.

swissinfo.ch und Agenturen

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