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Schweizer Hilfe für pakistanische Flutopfer



Pakistan leidet unter der schlimmsten Flutkatastrophe seit Menschengedenken.

Pakistan leidet unter der schlimmsten Flutkatastrophe seit Menschengedenken.

(Keystone)

Schweizer Hilfsorganisationen leisten in Pakistan Nothilfe. Die schweren Überflutungen betreffen rund 3,2 Millionen Menschen. Mehr als 1500 Menschen wurden bislang getötet.

Laut den Vereinten Nationen sind nach den schwersten Monsun-Regen der letzten 80 Jahre rund 1,8 Mio. Menschen auf sauberes Trinkwasser, Nahrung und Unterkunft angewiesen. Nordwest-Pakistan wurde am stärksten betroffen.

In den kommenden Tagen werden weitere Regenfälle in den nordwestlichen und südlichen Provinzen von Punjab und Sindh vorausgesagt. Unter- und weggespülte Brücken und Strassen erschweren es den Rettungskräften die Hilfsgüter auszuliefern, die von anderen Ländern, Hilfsgruppen und der Uno zur Verfügung gestellt wurden.

"Es ist eine tragische Katastrophe welche jene Teilde der Bevölkerung besonders trifft, die bereits in schwierigen Verhältnissen gelebt hat", sagte Georg Farago, Sprecher des Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Dienstag gegenüber swissinfo.ch.

Die Schweiz habe als Nothilfemassnahme Lebensmittel und Wasseraufbereitungstabletten für 12'000 Personen verteilt, sagte er weiter. Man prüfe, ob die Hilfe erhöht werden müsse.

Bis am Dienstagmittag Schweizer Zeit sei von der pakistanischen Regierung noch keine formelle Aufforderung zur Hilfe herausgegeben worden, fügte er hinzu.

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) hat vor der Katastrophe Projekte in den von der Flut betroffenen Gebieten unterstützt. Unter anderem effiziente und günstige Schutzmassnahmen gegen Überflutungen von Dämmen mit Schleusen.

Andreas Huber, Deza-Länder-Koordinator für die betroffene Region hat letzte Woche, als das Wasser zu steigen begann, ein solches Projekt besucht. "Wir konnten an Ort und Stelle sehen, was diese Projekte bewirken. Die durch diese Dämme geschützten Dörfer waren viel weniger betroffen. Dennoch sahen wir die Fluten kommen und haben beschlossen sofort mit erster Nothilfe zu starten."

"Der nächste Schritt wird der Aufbau sein. Aber ich denke, dazu ist es noch zu früh. Wir müssen warten, bis der Regen aufgehört hat. Wir müssen erst die gesamten Schäden überblicken."

Zerstörte Landstriche

Hilfsorganisationen sagen, die Situation vor werde sich noch verschlimmern, da weitere Regenfälle erwartet werden. Kinder seien besonders betroffen, sagte die Sprecherin von Unicef Schweiz, Alexandra Rosetti.

"Sie sind klein und unterernährt und deshalb sehr dringend auf Nahrungsmittel, sauberes Trinkwasser und Medikamente angewiesen", sagte sie gegenüber swissinfo.ch

Es seien nicht nur Strassen und Brücken weggeschwemmt, sondern auch Stromleitungen heruntergerissen worden. Krankenhäuser sind beschädigt, auch Schulen und sanitäre Anlagen. "Die Situation ist sehr schlimm, teilweise sind ganze Bezirke überschwemmt."

Unicef hat einen Hilfsappell über rund 10,5 Mio. Franken gestartet, um die unmittelbaren Bedürfnisse der betroffenen Bevölkerung zu befriedigen.

Unvorbereitet

Humanitäre Organisationen in der Schweiz haben sowohl finanzielle wie materielle Hilfe zugesagt.

Caritas Schweiz und Heks haben Soforthilfe von je 200'000 Franken gesprochen. Das Schweizerische Rote Kreuz hat 100'000 Franken zugesagt und Nothilfepakete für 550 Familien. Die Pakete enthalten Toilettenartikel, Geschirr, Decken, ein Moskitonetz und Schulmaterial.

Heks-Sprecher Asad Dogar, der für die Pakistan-Hilfe verantwortlich ist, sagte gegenüber swissinfo.ch, er und sein Team seien mit der Region vertraut wegen ihrer Arbeit mit internen Vertriebenen. Gewisse Gebiete würden jedes Jahr überschwemmt.

Die übermässig starken Niederschläge hätten jedoch die Menschen in jenen Gebieten überrascht, die sonst nicht überflutet würden. "Die Menschen waren nicht vorbereitet. Sie waren in ihren Häusern und erwarteten nicht, dass die schweren Überschwemmungen auch sie heimsuchen würden."

Kritik am Warnsystem

Die pakistanische Armee liefert Nahrungsmittel, Medikamente und Zelte. Dasselbe tun auch Regierungs- und Hilfsorganisationen. Etliche Opfer kritisieren, es habe keine offiziellen Flutwarnungen gegeben. Das hat eine Welle von Kritik an die Adresse der Regierung ausgelöst. Die Armee ihrerseits hat die Kritik zurückgewiesen, sie habe zu wenig schnell reagiert.

Die Organisationen Roter Halbmond und das IKRK haben einen Spendenaufruf lanciert, dessen Ziel es ist, in einer ersten Phase 17 Millionen Schweizer Franken für die Nothilfe zusammen zu bringen.

"Neben der Lieferung von Nahrungsmitteln und Rettungsmaterial steht vor allem der Kampf um die Gesundheit im Zentrum", sagt Ateeb Siddiqui vom pakistanischen Halbmond. "Sauberes Wasser und saubere Sanitäranlagen haben absolute Priorität. Nur so können wir eine Katastrophe verhindern."

Isobel Leybold-Johnson und Susan Vogel-Misicka, swissinfo.ch
(Übertragung aus dem Englischen und Adaption: Etienne Strebel)

Cholera-Gefahr

Nachdem das Jahrhundertwasser in Pakistan mehr als 1500 Menschen in den Tod gerissen hat, drohen weitere Opfer durch den Ausbruch der Cholera.

Es seien schon etliche Fälle registriert worden, sagte der Leiter des Büros des Roten Kreuzes in Islamabad, Dirk Kamm, am Mittwoch in einem Radio-Interview.

Während das Hochwasser im Nordwesten des Landes allmählich zurückgeht, wurden am Mittwoch Hunderte Dörfer in der weiter südlich gelegenen Provinz Punjab überschwemmt.

In den Bezirken Layyah und Muzzafargarh, wo der Indus über die Ufer trat, stand das Wasser teilweise so hoch, dass nur noch Baumwipfel und die oberen Stockwerke einzelner Gebäude zu sehen waren.

Seit Sonntag mussten allein in der Stadt Kot Addu und Umgebung rund 30'000 Menschen vor den Fluten gerettet werden, wie ein Militärsprecher am Mittwoch mitteilte.

In der gesamten Provinz Punjab wurden nach Angaben der Vereinten Nationen bereits 15'000 Häuser zerstört.

Insgesamt sind von den Überschwemmungen nach Uno-Angaben 3,2 Millionen Menschen betroffen.

Seit Beginn des Monsuns im Juli, sei 25 bis 30% mehr Regen gefallen als sonst in dieserJahreszeit, sagte der Leiter des pakistanischen Wetterdienstes.

Es wird erwartet, dass das Hochwasser nach Punjab auch die Provinz Sindh im Südosten Pakistans erreicht. Die Vereinten Nationen erwarten dort die schwersten Überschwemmungen seit 34 Jahren.

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Spenden

Glückskette Postkonto 10-15000-6 Vermerk "Überschwemmungen Asien"),
UNICEF Postkonto 80-7211-9 (Vermerk: Nothilfe Pakistan)

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