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PRESSE/GlaxoSmithKline drückt Risiken bei Pandemie-Impfoff dem Staat auf

Dieser Inhalt wurde am 23. November 2009 - 08:20 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) (GSK) geht einem Pressebericht zufolge bei seinem Pandemie-Impfstoff keine Geschäftsrisiken ein. Das 20seitige Vertragswerk verlagere die Risiken für die Impfung von 50 Prozent der deutschen Bevölkerung gegen die Schweinegrippe einseitig auf Bund und Länder, berichtet das "Handelsblatt" (HB/Montagausgabe). Dies gelte sowohl für die rechtzeitige Lieferung der erforderlichen Impfdosen als auch zumindest einen grossen Teil möglicher Nebenwirkungen des Impfstoffes Pandemrix. Der Vertrag habe der Zeitung vorgelegen, hiess es.
Ein hoher Krankenkassenvertreter sagte zu dem Vertragswerk: "GSK hat es verstanden, sich einerseits optimale Gewinnchancen zu sichern und andererseits sowohl seine Ausfall- als auch seine Haftungsrisiken weitestgehend zu minimieren." Als überhöht wurde laut der Zeitung der vereinbarte Preis pro Impfdosis von sieben Euro plus Mehrwertsteuer kritisiert. Davon gingen allein sechs Euro für den wegen seiner Nebenwirkungen umstrittenen Hilfsstoff. "Das ist ein sehr guter Preis für ein bisschen Haifischleberextrakt", zitiert das "Handelsblatt" aus einer internen Bewertung eines Kassenverbands.
Bei dem höher dosierten Impfstoff ohne Wirkungsverstärker - wie er auch in den USA eingesetzt wird - wären Bund und Länder mit Kosten von vier Euro pro Dosis nicht nur günstiger weggekommen. Sie hätten diesen auch für alle Risikogruppen inklusive Schwangere einsetzen können, hiess es weiter. Während sich GSK mit dem Vertrag lediglich verpflichtet, im Pandemiefall den Ländern ein Viertel ihrer "in Dresden produzierten Pandemie-Impfstoffe" zur Verfügung zu stellen, müssen die Länder jede produzierte Menge vom Pharmakonzern abzunehmen. Diese Abnahmepflicht bleibe bis zum Ende der Pandemie bestehen.
ne/gr

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