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MÜNCHEN (awp international) - Auch Jahre nach dem Schmiergeldskandal bei Siemens werden noch Vorwürfe gegen das Unternehmen wegen möglicher Unregelmässigkeiten bei Aufträgen im Ausland laut. Die Staatsanwaltschaft von São Paulo ermittele seit 2008 gegen Siemens, schreibt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Ein ehemaliger Mitarbeiter behaupte, der Münchner Technologiekonzern habe auch in Brasilien Bestechungsgelder gezahlt, um an öffentliche Aufträge zu kommen.
Ein Siemens-Sprecher sagte am Samstag auf Anfrage, das Unternehmen wisse nichts von Ermittlungen in Brasilien. "Uns sind keine Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Brasilien bekannt - weder gegen das Unternehmen noch gegen Mitarbeiter."
Die Vorwürfe wurden 2008 von dem vom Unternehmen eingesetzten Ombudsmann an die damals mit den Ermittlungen befasste Anwaltskanzlei Debevoise und Plimton zur Prüfung weitergeleitet. Siemens habe zudem aktuell in Brasilien eigene Ermittlungen eingeleitet, um die Vorwürfe erneut zu prüfen. Sie hätten aber noch keine konkreten Ergebnisse oder Anhaltspunkte gebracht. "Siemens tut alles, um Vorfälle aus der Vergangenheit konsequent aufzuarbeiten."
Aus Konzernkreisen wurde darauf hingewiesen, dass die Vorwürfe sich dem Vernehmen nach auf Vorgänge aus dem Jahr 2000 beziehen. Auch sei der Hinweis anonym als Brief eingegangen. Bis heute habe sich der Absender des entsprechenden Schreibens nicht zu erkennen gegeben. Später sei erneut ein anonymer Hinweis eingegangen, aufgrund dessen das Unternehmen nun versuche, den Fall zu klären. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen./aro/DP/he

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