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HAMBURG (awp international) - Der Wolfsburger Volkswagen (VW) -Konzern drängt offenbar auf ein baldiges Zusammengehen seiner beiden Lastwagen-Beteiligungen. VW-Patriarch Ferdinand Piech wolle ein Übergabeangebot der Konzerntochter Scania für MAN noch in diesem Frühjahr durchsetzen, schreibt die "Financial Times Deutschland" am Freitag. Nach Informationen aus Finanz- und Unternehmenskreisen solle der schwedische Lastwagenbauer, an dem VW die Mehrheit der Stimmrechte hält, im April, spätestens aber Anfang Mai die Offerte vorlegen. VW ist mit knapp 30 Prozent an MAN beteiligt. Der Münchener Dax -Konzern hält wiederum gut 17 Prozent der Stimmrechte an Scania. Über eine Kombination der beiden Lastwagenbauer unter dem VW-Dach über den Weg eines Übernahmeangebot seitens Scania wird seit Monaten spekuliert.
Vor dem geplanten Zusammenschluss muss MAN aber den Streit um seine Ex-Tochter Ferrostaal beilegen. Nach Korruptionsvorwürfen bei dem Industriedienstleister setzt sich MAN mit dem neuen Mehrheitseigner IPIC auseinander. Dabei geht es zum einen um die Übernahme der restlichen 30 Prozent durch den Staatsfonds aus Abu Dhabi, zum anderen um Kompensationszahlungen im Zusammenhang mit der Schmiergeldaffäre und daraus folgenden möglichen Bussgeldern. Anfang der Woche hatte MAN die Termine für die Bilanzvorlage und die Hauptversammlung verschoben. Industriekreisen zufolge ist eine Einigung mit IPIC näher gerückt.
Erfolgt das Übernahmeangebot von Scania tatsächlich im Frühjahr, könnten die MAN-Aktionäre auf der auf Ende Juni verschobenen Hauptversammlung den Zusammenschluss bereits beschliessen, schreibt das Blatt weiter. "Mit dem Hauptversammlungstermin ist der Fahrplan gesetzt", sagte ein Konzerninsider dem Blatt. "Damit spart man sich eine ausserordentliche Hauptversammlung." Auch könnte der MAN-Aufsichtsrat sogleich mit mehr VW und Scania Managern besetzt werden.
Nach dem 2006 gescheiterten Versuch von MAN, Scania zu übernehmen, muss Piech eine stabile Balance zwischen den beiden Konkurrenten finden. Keiner darf sich als Verlierer fühlen. In Deutschland drohe sonst auch der Widerstand von IG Metall und Politik, schreibt die Zeitung. Persönliche Feindschaft dürfte aber anders als vor knapp fünf Jahren keine Rolle mehr spielen: Der frühere MAN-Chef Hakan Samuelsson hat den Konzern Ende 2009 verlassen. Sein Nachfolger Georg Pachta-Reyhofen ist eher ein Mann der leisen Töne, der die Zusammenarbeit pragmatisch sieht. An der Spitze von Scania steht nach wie vor Leif Östling, der sich damals massiv gegen die Übernahme durch seinen Ex-Kollegen gewehrt hatte. Welche Rolle dem 65-Jährigen künftig zukommt, ist unklar, zumal VW mit Jochem Heizmann schon einen Konzernvorstand für den Bereich Nutzfahrzeuge ernannt hat.
dct/tw/wiz

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