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Presseschau vom 17.01.2004

Einmal mehr beschäftigen sich die Schweizer Zeitungen mit dem Debakel beim weltweit grössten Personal-Vermittler Adecco und kritisieren einheilig dessen Informationspolitik.

Über den Auftritt des neuen Bundesrats Christoph Blocher im Zürcher Albisgüetli gehen die Meinungen in den Medien allerdings auseinander.

Am Freitag hat Adecco an einer Telefonkonferenz informiert - aber eben nicht genug, darüber sind sich die Schweizer Zeitungen einig. Wichtige Fragen seien unbeantwortet geblieben, schreibt der Berner BUND:

"Hat Adecco 'Umsätze' erfunden? Sind Gelder unterschlagen worden? Ist die Ertragskraft geringer als bisher angenommen? Welche Anschuldigungen haben die internen Hinweisgeber geäussert?"

In Rätseln zu sprechen, möge für das Orakel von Delphi angemessen gewesen sein, heisst es im Kommentar der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG. In der modernen Finanzwelt könne es jedoch fatal sein:

"Der schon fast verzweifelte Befreiungsschlag am Freitag ist fehlgeschlagen. Adecco bleibt für die Anleger-Gemeinde eine 'black box'......Diese Art von Kommunikation wird am Markt nicht goutiert."

Viele Fragen bleiben

Die BERNER ZEITUNG spricht von einem "teuren Trauerspiel" und fordert die Adecco-Spitze auf, ihre Informations-Politik neu und offensiver zu definieren:

"Jetzt braucht es den Mut, weniger auf die überängstlichen Anwälte und mehr auf die Bedürfnisse der Anleger, Mitarbeiter und Kunden zu hören. Sonst nimmt das Trauerspiel kein Ende."

Die Westschweizer Zeitung LE TEMPS schreibt gar von einem neuen Sturm, der über Adecco tobe. Zudem seien sich alle in einem Punkt einig:

"Adecco a très mal communiqué – Adecco hat sehr schlecht kommuniziert."

Und der TAGES-ANZEIGER titelt gar: "Adecco-Krisenmanager: Schuss in den Ofen".

Blocher bleibt Blocher

Bessere Noten bekommt der neue Schweizer Justizminister Christoph Blocher, der am Freitag als Bundesrat an der traditionellen Albisgüetli-Tagung seiner Partei teilgenommen hat.

Laut der BZ fiel seine Rede zwar nicht ganz so populistisch aus wie früher, doch "angriffig genug, dass ihm seine Parteifreunde mit euphorischem Applaus dankten".

15 Mal habe Blocher an der Albisgüetli-Tagung gepoltert. Am Freitag habe er erstmals taktvoll referiert, ganz Bundesrat eben, lobt das Boulevard-Blatt BLICK in einem Bericht unter dem Titel: "Ein Polteri wird taktvoll."

Das Genfer Blatt LE TEMPS hingegen fragt skeptisch: "La métamorphose de Christoph Blocher a-te-elle eu lieu? – Hat die Veränderung bei Christoph Blocher wirklich stattgefunden?"

swissinfo, Gaby Ochsenbein

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