Rotgrüne Parteien und Verbände kritisieren Verkehrspläne des Bundes
Die von Bundesrat Albert Rösti am Mittwoch vorgestellten Eckwerte der Verkehrspolitik der nächsten Jahrzehnte kommen im Kanton Bern bei rotgrünen Parteien und Verbänden schlecht an. Sie kritisieren die Priorisierung der Autobahnprojekte und die Rückstufung des Bypass Bern-Ost.
(Keystone-SDA) Für die Berner Verkehrsprojekte der nächsten Jahrzehnte trete das schlechteste Szenario ein, schreiben SP, Grünes Bündnis, Grüne Freie Liste und die Grünliberalen sowie die Verbände VCS, Pro Velo, Fussverkehr und Läbigi Stadt in einer gemeinsamen Mitteilung vom Mittwoch.
Für den Bund hätten Kapazitätserweiterungen der Strassenverkehrsinfrastruktur weiterhin Priorität, «entgegen dem Volkswillen und auf Kosten der Umwelt» heisst es in der Mitteilung.
Der bereits vom Volk abgelehnte Achtspurausbau im Grauholz und die Verbreiterung des Abschnitts Wankdorf-Weyermannshaus sind für den Realisierungshorizont 2055 geplant. Diese Projekte brächten schwerwiegende Nachteile für die Bevölkerung: «Mehr Fahrspuren bringen mehr Verkehr», schreiben die Parteien und Verbände. Demgegenüber hätte der Bypass Bern-Ost Wohngebiete entlastet und eine Stadtreparatur ermöglicht, die nun in weite Ferne rücke.
«Die Pläne von Bundesrat Rösti bringen somit nur Nach- und keine Vorteile nach Bern», schreiben die Parteien und Verbände weiter. Die Autobahnplanung des Bundes gehe «über die Köpfe der Bevölkerung hinweg und an den Klimazielen vorbei».