Südlibanon: Tote bei Angriff auf Hisbollah-Ziel
Bei zwei israelischen Luftangriffen im Südlibanon sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Beirut mindestens elf Menschen getötet und 19 weitere verletzt worden. Demnach wurden zwei Häuser in den Aussenbezirken der Städte Ansar sowie Deir al-Sahrani getroffen. Bei dem Angriff in Ansar wurden offiziellen Angaben zufolge sieben Menschen getötet und zwei weitere verletzt. In Deir al-Sahrani seien vier Tote und 17 Verletzte gemeldet worden.
(Keystone-SDA) Die israelische Armee bestätigte beide Militäreinsätze. Ziel seien Stützpunkte der «Hisbollah-Terrororganisation» gewesen. Der Angriff erfolgte laut israelischem Militär als Reaktion auf einen vorherigen Beschuss von Soldaten am Ali-al-Taher-Pass. Dieser liegt in einer von Israel einseitig erklärten «Sicherheitszone» im Südlibanon.
Ein dpa-Fotograf vor Ort in Ansar berichtete, auch Anwohner hätten von einem Hisbollah-Stützpunkt gesprochen. So seien Aufnahmen in einigen Bereichen des zerstörten Hauses verboten worden, ebenso von einem zerstörten Auto und einem gegenüberliegenden, bewaldeten Tal.
Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam erklärte auf X, es handele sich bei den Angriffen um eine «äusserst schwere Angelegenheit», die Bemühungen zur Stabilisierung der Lage im Südlibanon untergrabe. Die Verantwortung für den Umgang mit etwaigen militärischen Einrichtungen auf libanesischem Territorium liege ausschliesslich beim libanesischen Staat, vertreten durch die libanesische Armee und ihre legitimen Institutionen. Israel habe kein Recht, libanesisches Territorium zu verletzen oder Zivilisten zu gefährden.
Israel als auch die proiranische Hisbollah werfen sich gegenseitig regelmässig Verstösse gegen eine Waffenruhe vor. Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben einseitig eine «Sicherheitszone» im Südlibanon verfügt, um Angriffe der Hisbollah auf den Norden des Landes zu verhindern. Das von Israel kontrollierte Areal umfasst nach geografischen Berechnungen libanesischer Medien rund 620 Quadratkilometer. Dies entspricht einem Anteil von etwa sechs Prozent der Fläche des Landes.