Schweiz - Benin

Hinter der malerischen Schönheit des Landes verbirgt sich bittere Armut. Keystone

Auf ihrer Afrikareise ist die Schweizer Delegation unter Botschafter Jürg Reding am Freitag (01.06.) in Benin von Präsident Mathieu Kérékou empfangen worden. In ihren Gesprächen kamen beide Seiten überein, die Beziehungen zu intensivieren.

Dieser Inhalt wurde am 02. Juni 2001 - 21:13 publiziert

Im Beisein der Schweizer Wirtschafts-Delegation und mehrerer Minister von Benin wurde die beninische Niederlassung der Handelskammer Schweiz-Westafrika eingeweiht. Handelskammerpräsident Nicolas Imboden sagte, dass die Zusammenarbeit beider Länder noch deutlich ausgebaut werden könnte.

Benin sei die Schweiz in Afrika, sagte Imboden: "Ein Schweizer Investor muss sich dort wie zu Hause fühlen." Das Schweizer Engagement sei langfristig angelegt und nicht auf sofortige Gewinne aus.

Millionen als Entwicklungshilfe

Über die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) fliessen jährlich mehrere Dutzend Millionen Franken aus der Schweiz nach Benin, in das westafrikanische Land. Damit werden die Alphabetisierung, die Entwicklung der Landwirtschaft und die Berufsbildung gefördert.

Benin, das zu den ärmsten Ländern Afrikas zählt, ist der neuntgrösste Handelspartner der Schweiz südlich der Sahara. Im letzten Jahr sind die Exporte um 60% gestiegen, während die Importe um 24% zugelegt haben. Die Schweizer Ausfuhren beliefen sich auf 26,4 Mio. Franken, während die Einfuhren lediglich 0,3 Mio. Fr. betrugen. 71 % davon stammten aus der Baumwolle und 21 % aus Agrarprodukten, vor allem Bananen.

Ehemaliges Zentrum des Sklavenhandels

Benin war einst ein Zentrum des Sklavenhandels. Fast täglich legten dort Schiffe ab, meist über den Atlantik in Richtung Amerika. Insgesamt leben 42 Ethnien in Benin. Alle sprechen eine eigene Sprache. Kein Wunder also, daß Französisch, die Sprache der einstigen Kolonialherren, die Amtssprache geblieben ist.

1990 gab sich Benin eine neue, liberale Verfassung. Ein Jahr später folgten freie und demokratische Parlamentswahlen. Während es zuvor nur eine Einheitsliste gab, herrschte nun ein unübersichtliches Nebeneinander verschiedener Parteien. Die Demokratie vermochte sich jedoch bisher zu halten.Couchepin in Nigeria

Weiterreise nach Nigeria

Die Schweizer Delegation kehrte nach dem eintägigen Abstecher in Benin am Samstag nach Nigeria zurück. Nach der Verzögerung wegen des Todes seiner Mutter stiess am Samstag Nachmittag auch Bundesrat Pascal Couchepin in der Wirtschaftsmetropole Lagos zur Schweizer Delegation. Am Montag will er mit dem nigerianischen Präsidenten Olusegun Obasanjo zusammentreffen.

swissinfo und Agenturen

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