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Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Heute zementiere ich die Schweizer Klischees: Milizarmee, Gletscher, Bildungssystem. Drei Themen, mit denen die Schweiz immer wieder von sich reden macht - oft auch im Ausland, sorgen erneut für Schlagzeilen.

Herzliche Grüsse aus Bern

sda-ats

Sind Sie beruflich in der Informatik tätig? Dann sind Sie vermutlich ein Mann. Arbeiten Sie in der Pflege? Dann sind Sie sehr wahrscheinlich eine Frau. Auch in der Schweiz sind Pflegefachmänner etwa gleich rar wie Informatikerinnen. Um das Verhältnis zu ändern, müsste man Verdienstmöglichkeiten thematisieren.

In gesundheitlich oder sprachlich ausgerichteten Fächern dominierten 2018 die Studentinnen mit Anteilen von zumeist über 80 Prozent. Zugleich wurde weniger als eines von zehn Bachelor-Diplomen in Elektrotechnik oder Informatik einer jungen Frau verliehen. Das zeigen Zahlen des Bundesamtes für Statistik zu den Abschlüssen an Fachhochschulen (FH).

Das muss nicht per se ein Problem sein, aber es trägt zu den Lohnunterschieden zwischen Frauen und Männern bei. Die Löhne in technischen Berufen sind durchschnittlich höher als jene in Pflegeberufen.

Dass Frauen in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) weniger begabt sein sollen als Männer, ist ein Mythos. Erstaunen mag, dass in skandinavischen Ländern, die punkto Frauenfragen als fortschrittlich gelten, weniger Frauen im MINT-Bereich tätig sind als in Saudi-Arabien.

  • Woran das liegen könnte und weshalb sich das Genderverhältnis ändern würde, wenn Eltern und Lehrkräfte über Verdienstmöglichkeiten redeten, erfahren Sie in der NZZExterner Link. (Paywall)
  • Welche Firmen mit Gratiskursen buhlen, um Mädchen für Informatik und Technik zu begeistern, hat der BlickExterner Link zusammengetragen. (Paywall)
  • Fachkräfte aus dem MINT-Bereich sind in der Schweiz gefragt. Um den Mangel zu dämpfen, will das Parlament die Zuwanderungsbeschränkung für solche Fachleute lockern, die aus Staaten ausserhalb der EU/Efta stammen. Den Hintergrund erfahren Sie bei swissinfo.ch.
  • Ein Porträt einer jungen Naturwissenschaftlerin finden Sie in der Berner ZeitungExterner Link. (Paywall)

SRF

Männerlastig ist auch die Schweizer Armee. Für Schweizer Männer besteht eine allgemeine Militärdienstpflicht. In der Zeit zwischen den mehrwöchigen militärischen Wiederholungskursen nehmen sie die Dienstwaffe mit nach Hause. Mit dieser Waffe müssen sie mindestens einmal pro Jahr an Schiessübungen teilnehmen. Das ist einer der Gründe, weshalb es in fast jede Gemeinde eine Schiessanlage hat. Hunderte müssten saniert werden, bei manchen ist dies gar nicht möglich.

Auf den Schiessplätzen wurde jahrzehntelang tonnenweise Blei, ein umweltschädigendes Schwermetall, in die Kugelfänge geballert. Nun müssen hunderte dieser Plätze saniert werden. Das kostet schweizweit mehrere Millionen Franken.

Auch ausgediente Armee-Schiessplätze müssten von Munitionsrückständen gesäubert werden. Nun zeigt sich, dass dies in manchen Fällen nicht möglich ist.

Eines dieser kaum zu säubernden Gebiete ist ein Hochmoor bei Tramelan im Berner Jura. Die dunkle Erde dort ist voller Munitionsrückstände. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts feuerte die Artillerie Granaten ins Moor, zwischen 1963 und 1972 warf die Schweizer Luftwaffe übungshalber auch Bomben ab.

  • Weshalb sogar Blindgänger nicht aus dem Naturschutzgebiet beseitigt werden, hat SRFExterner Link recherchiert.
  • Die vielen Schützen und wenigen Schützinnen seien die grössten Verursacher von Bleiemissionen in der Schweiz, schreibt die WochenzeitungExterner Link. Sie hätten sogar das Rütli verseucht, die «Wiege der Nation».
  • Auf der Suche nach den Gründen für die Begeisterung vieler Schweizer fürs Schiessen hat meine Kollegin Sonia Fenazzi kürzlich zwei Schiessclubs besucht. 
due uomini con dei corni delle alpi su un ponte sospeso in montagna
Hängebrücke beim Trift-Gletscher in den Berner Alpen. Keystone / Urs Flueeler

Haben Sie manchmal Sehnsucht nach den Schweizer Gletschern? Bald werden diese auch Ihren Landsleuten hier fehlen. Das Abschmelzen der Gletscher führt zu einer Destabilisierung der Berge und erhöht das Risiko von Überschwemmungen und Murgängen.

Gewisse Gefahren lassen sich vorhersagen, andere sind nicht frühzeitig zu erkennen. Gefährlich sind insbesondere Wasseransammlungen im Innern der Gletscher. Diese Seen unterhalb der Gletscheroberfläche können Tausende Kubikmeter Wasser enthalten. Wenn sich das Wasser eine Bahn durchs Eis bahnt, kann es plötzlich durchbrechen und auslaufen.

  • In der swissinfo.ch-Artikelserie zum Thema Gletscher berichten Geologen, was hohe Temperaturen im Alpenraum anrichten können und welche neuen Szenarien sich für den alpinen Tourismus eröffnen.
  • Letzte Woche nahmen Dutzende Menschen an der Abschiedsfeier für den Pizol-Gletscher teil. SRFExterner Link war dabei.
  • Laut dem Sonderbericht des Weltklimarats IPCCExterner Link werden die Gletscher in Europa bis zu 80 Prozent ihrer Masse verlieren.

  • Inspiration: Möchten Sie mitdiskutieren? Hier geht’s zur Debatte
Aufnahme von einer Klimastreik-Demo in Zürich
Ennio Leanza /Keystone

Wie eine kleine Schweiz, die über die ganze Welt verstreut lebt: Wenn es um politische oder gesellschaftliche Themen geht, gehen die Meinungen bei Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern (weit) auseinander. Das zeigen die Diskussionen um den Klimawandel.

Einer Schweizerin in Südengland ist der halbe Garten ins Meer gespült worden. Dies erzählt sie uns auf Facebook. Das macht sie verständlicherweise nachdenklicher als jemand, der oder die nicht vom Klimawandel betroffen ist. 

Umgekehrt sorgen sich Menschen, die ums tägliche Überleben kämpfen, viel weniger ums Klima. Dies berichten übereinstimmend und verständisvoll ein Schweizer in Indien und eine Schweizerin in Burkina Faso.

Die App-Nutzerin ‚Ursi‘ aus den USA schrieb ins Q&A der (deutschsprachigen) App: «Als Gesundheitsforscherin ist es meine Aufgabe, über den Klimawandel nachzudenken. Klimabedingte Gesundheitsbedrohungen wie Hitzewellen, Wirbelstürme, Überschwemmungen, Lyme-Borreliose und Legionärskrankheit betreffen unsere 20 Millionen Einwohner. Obwohl auf nationaler Ebene wenig über den Klimawandel diskutiert wird, werden auf staatlicher und lokaler Ebene konkrete Maßnahmen ergriffen.»


swissinfo.ch

Und noch zur Erinnerung: Am 20. Oktober wählen die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ihr neues Parlament. Ihre Stimme ist schon hart umkämpft. 

Dabei geht es um die 200 Volksvertreterinnen und -vertreter im Nationalrat und die 46 Mitglieder des Ständerats (Genau genommen sind es deren 45: Der Kanton Appenzell Innerrhoden wählte seinen Standesvertreter bereits an der Landsgemeinde vom 28. April 2019).

Favoriten sind die Grünen, die Sozialdemokraten und die Grünliberalen – sie waren die Gewinner der letzten kantonalen Wahlen. Die Schweizerische Volkspartei dagegen, landesweit die stärkste Partei, musste auf Kantonsebene stark Federn lassen.

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