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Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Im Zentrum unseres heutigen Briefings stehen zwei Mitglieder der Landesregierung. Justizministerin Karin Keller-Sutter nimmt Stellung zur ausufernden Fangewalt, und Aussenminister Ignazio Cassis sieht in den Medien seine Aussenpolitik hinterfragt. Schliesslich fühlen wir Schwingern auf den Zahn.

Herzliche Grüsse aus Bern

Karin Keller-Sutter
sda-ats

Angriffe auf Unbeteiligte und Warnschüsse der Polizei: Gewalt von Fussballfans sorgte in letzter Zeit für Schlagzeilen. Die Schweizer Justizministerin fordert nun ein strikteres Vorgehen gegen Hooligans.

Trauriger Höhepunkt: In Bern sah ein Polizist gestern Mittwochabend nur noch eine Möglichkeit, um die Situation zu beruhigen – er gab mehrere Warnschüsse ab. Dies geschah im Vorfeld des Champions-League-Qualifikationsspiels der Berner Young Boys gegen Roter Stern Belgrad. In Zürich wurde kürzlich ein unbeteiligter Familienvater mit Kinderwagen von einem 16-jährigen Fan des FC Zürich mit Faustschlägen und Tritten schwer verletzt.

Justizministerin Karin Keller-Sutter verlangt nun, dass die vorhandenen Gesetze angewendet werden sollten. Das reiche, denn «der gesamte Werkzeugkasten liegt auf dem Tisch», wie sie der Neuen Zürcher Zeitung sagte.

Laut Keller-Suter werden jene «massiv bedroht und eingeschüchtert», die gegen die Hooligan-Szene vorgehen – auch Amtsträger. Das habe sie als kantonale Regierungsrätin selber erlebt. Deshalb hofft sie nun, dass die Kantone zusammen ein strikteres Vorgehen beschliessen. «Wenn sie das gemeinsam umsetzen, sind die einzelnen Regierungsräte weniger exponiert.»

Bundesrat Ignazio Cassis und Staatssekretärin Pascale Baeriswyl
sda-ats

Es läuft nicht gerade gut für Aussenminister Ignazio Cassis. Gestern Mittwoch musste er die Trennung von seiner Nummer Zwei bekanntgeben, der ersten Frau überhaupt in dieser Position. Zudem sind viele «Baustellen» in seinem Departement offen.

«Noch nicht angekommen auf dem roten Teppich der Diplomatie», übertitelt SRF News die Analyse ihres Bundeshaus-Korrespondenten Adrian Arnold. In letzter Zeit hätten sich «unschöne Ereignisse rund um den Aussenminister und dessen Departement» gehäuft. «Es sind einige Ausrutscher auf dem roten Teppich der Diplomatie, die sich Cassis in nur eineinhalb Jahren leistete», so SRF News.

Doch Cassis habe seinen Job im Griff, sagt Arnold. Grund für die Querelen seien vor allem unterschiedliche Auffassungen über die Ausrichtung der Schweizer Aussenpolitik zwischen Cassis und den vielen Diplomaten im Departement. Denn Cassis handle nach dem Motto «Die Schweiz zuerst».

Immerhin: Den versprochenen Neustart habe er geschafft. Mit der Wiederbelebung des EU-Dossiers, der Förderung des «Internationalen Genfs» und mit seinem aussenpolitischen Strategiepapier «Avis28»Externer Link.

Frau auf Traktor
Keystone / Gian Ehrenzeller

Sie lieben das Landleben. Und wohl auch ihren Mann. Doch 70% aller Frauen in der Landwirtschaft werden nicht entlöhnt. Dies solle sich nun ändern, fordern Bäuerinnen in einem Appell.

Arbeiten bis zwei Uhr morgens. Kaum Privatsphäre. Keine Anerkennung. 25 Jahre lang ackerte eine Bäuerin an der Seite ihres Mannes und zog vier Kinder gross. Bis es ihr reichte.

Doch nach der Scheidung wurde alles noch viel schlimmer: «Ich verlor alles», sagt sie in der Reportage meiner Kollegin Katy Romy. Weil sie nie für ihre Arbeit bezahlt wurde, hatte sie auch kein Recht auf Arbeitslosenentschädigung.

Geschätzte 31’000 Frauen, die in der Schweiz auf Landwirtschaftsbetrieben arbeiten, haben keinen ausreichenden Sozialversicherungsschutz. Das mag gut ausgehen, wenn alles rund läuft. Doch sobald Probleme auftauchen, sind die Frauen im Nachteil. Nun hat der Bundesrat (Landesregierung) den Appell gehört und verspricht, Massnahmen zur sozialen Absicherung von Bäuerinnen und Bauern zu skizzieren.

Bevor der Kampfrichter den Gang freigibt, müssen die Schwinger mit beiden Händen die Schwingerhose des Gegners greifen. swissinfo.ch

Bleiben wir gleich noch im ländlichen Milieu, obwohl diese Sportart auch unter urbanen Hipstern an Beliebtheit gewonnen hat: Es geht um das Schwingen – ein urschweizerischer Sport, bei dem «die Bösen» im Sägemehl um einen Kranz ringen.

Es riecht nach Bratwurst, Bier und Sägemehl. Dieses Wochenende geht in Zug das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest über die Bühne – oder vielmehr über die Sägemehl-Kreise.

Die «Bösen» im Sägemehl sind gewichtige und grosse Männer. Doch stimmt dieses Klischee?

Das Online-Portal Watson.ch hat sich alle Daten zur Brust genommen – und einige Exoten gefunden. So ist etwa das durchschnittliche Gewicht der Schwinger am «Eidgenössischen» 102 kg. Doch der Leichteste, Nando Durrer, wiegt lediglich 70 kg! Und beim Lieblingsgetränk schafft es das Bier nicht einmal in die Top 5!

Handy
swissinfo.ch

Die grösste Schweizer Schule in Europa zählt 700 Schülerinnen und Schüler. 2019 feiert sie ihr hundertjähriges Bestehen. Wie alle anderen Schweizer Schulen wurde auch die Escuela Suiza de BarcelonaExterner Link von Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern gegründet.

Weltweit gibt es 18 Schweizer Schulen. Im Gegensatz zu Deutschland und Frankreich betreibe die Schweiz damit keine Aussenpolitik, sagt der heutige Direktor der Schweizer Schule in Barcelona, Pascal Affolter. Sie seien nie strategisch entstanden. Trotzdem stünden sie für Schweizer Werte und würden auch deswegen geschätzt.

Die ESB wurde 1919 in einer politisch schwierigen ZeitExterner Link gegründet. Damals zählte sie gerade mal dreizehn Schülerinnen und Schüler, eine Lehrerin und eine Schulleiterin. Von den heutigen 70 Lehrerinnen und Lehrern haben die Hälfte einen Schweizer Pass. Gelehrt werden fünf Sprachen, und das Ziel ist es, die Matura zu erwerben. Der Abschluss sei ein wichtiger Türöffner zu den besten Universitäten, so Affolter.

swissinfo.ch

Und noch zur Erinnerung: Am 20. Oktober wählen die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ihr neues Parlament. Ihre Stimme ist schon hart umkämpft. 

Dabei geht es um die 200 Volksvertreterinnen und -vertreter im Nationalrat und die 46 Mitglieder des Ständerats (Genau genommen sind es deren 45: Der Kanton Appenzell Innerrhoden wählte seinen Standesvertreter bereits an der Landsgemeinde vom 28. April 2019).

Favoriten sind die Grünen, die Sozialdemokraten und die Grünliberalen – sie waren die Gewinner der letzten kantonalen Wahlen. Die Schweizerische Volkspartei dagegen, landesweit die stärkste Partei, musste auf Kantonsebene stark Federn lassen.

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