Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland,
Es wird nochmals sommerlich: Ich nehme Sie mit in die typisch schweizerischen Flussbäder. Herbstlicher ist es für den umstrittenen Bundesanwalt Michael Lauber. Ihm bläst trotz seiner Bestätigung durch das Parlament ein kühler Wind entgegen.
Liebe Grüsse aus Bern
Nach monatelangem Hin und Her ist der Schuss draussen: Der umstrittene Bundesanwalt Michael Lauber kann eine dritte Amtszeit in Angriff nehmen. Die Vereinigte Bundesversammlung hat ihn mit 129 Stimmen knapp wiedergewählt.
Wegen umstrittener Treffen mit Fifa-Präsident Gianni Infantino stand die Wiederwahl des 2011 zum höchsten Strafverfolger des Landes gewählten Rechtsanwalts auf wackeligen Beinen. Er erhielt denn auch nur sieben Stimmen mehr, als das absolute Mehr erfordert.
Ein Vertrauensbeweis sieht anders aus. Und die Wiederwahl besagt lediglich, dass das Parlament trotz Verfehlungen keinen Anlass sieht, Lauber abzusetzen.
Die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft wird ihre Disziplinaruntersuchung gegen ihn weiterführen. Und auch Politik und Öffentlichkeit werden Lauber im Auge behalten. Wie der Bundesanwalt damit umgehen wird, muss sich zeigen.
- «Lauber ist wiedergewählt – und jetzt?», fragt die NZZ(Paywall) und gibt einen Überblick über die wichtigsten BaustellenExterner Link.
- In einem KommentarExterner Link schreibt die NZZ(Paywall), es sei «höchste Zeit», die Strafverfolgung auf Bundesebene zu überprüfen.
- SRF hält in einer AnalyseExterner Link fest: «Lauber bleibt unter Dauerverdacht».
- «Das war die Wiederwahl Michael Laubers»: SRF bietet ein Protokoll zum NachlesenExterner Link.
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Waren Sie schon einmal auf einer Reise in Nepal oder gehören gar zu den rund 100 Schweizerinnen und Schweizern, die dort leben? In der jungen Republik wird intensiv über die Stellung der Frauen diskutiert – fast ein bisschen wie in der Schweiz.
Meine Kollegin Akiko Uehara von der japanischen Redaktion hat das südasiatische Land im Rahmen eines Austauschprogramms zwischen Journalisten und Journalistinnen bereist und mit mehreren Frauen gesprochen. Diese haben mit der neuen Verfassung von 2015 politisch an Einfluss gewonnen.
Allerdings sagen die Interviewpartnerinnen zu swissinfo.ch, dass die traditionelle patriarchalische Denkweise in der Gesellschaft noch lange nicht überwunden sei. Diese überwiege oftmals trotz Gesetzen, welche die Frauen schützen.
Während ihres Aufenthalts traf Akiko auch die erste Schweizer Botschafterin Nepals. Elisabeth von Capeller kennt das Land gut und ihre Einschätzungen könnte man unter dem Titel «hoffnungsvolle Nüchternheit» zusammenfassen.
- In diesem Artikel mit Videos erfahren Sie mehr über den Kampf von Nepals Frauen für Gleichstellung.
- Wenn Sie gerne das Interview mit Elisabeth von Capeller lesen und eine Bildergalerie ansehen möchten, dann klicken Sie hier.
- Die Sendung SRF «Glanz & GloriaExterner Link» hat Frau Elisabeth von Capeller kürzlich in Nepal besucht.
Wir haben anfangs Woche darüber berichtet: Das Schweizer Parlament diskutiert dieser Tage das neue CO2-Gesetz – und zeigt sich klimafreundlicher denn je. Was ist davon zu halten?
Das wollte mein Kollege Peter Siegenthaler von Klimaexperte Patrick Hofstetter vom WWF Schweiz wissen. Denn nun rufen Politiker zur Reduktion von Treibhausgasen auf, die noch vor kurzer Zeit nichts von Klimaerwärmung wissen wollten.
Laut Hofstetter bewegen sich die Politiker nun, weil der Druck aus der Bevölkerung zu Handeln grösser wird. Er spricht von einer «klassischen Reaktion»: Wer an der Macht bleiben will, muss Rückhalt in der Bevölkerung haben.
Den neuen Gesetzesentwurf zur CO2-Reduktion kritisiert Hofstetter dennoch. Er entspreche ungefähr der Hälfte der erforderlichen Ambitionen zur Erreichung der Klimaziele, zu denen sich die Schweiz verpflichtet hat.
- Das ganze Interview mit Patrick Hofstetter vom WWF finden Sie hier.
- SRF über den heutigen Parlamentsentscheid einer FlugticketabgabeExterner Link.
- In unserem Dossier finden Sie Wissenswertes zum Thema Klima und Schweiz.
Zum Schluss lassen wir den Sommer noch einmal aufleben: Die Schweizer Kultur des Flussbadens inspiriert über die Landesgrenze hinaus bis in die USA.
In der Schweiz ist Flussbaden eine Selbstverständlichkeit. In Bern für viele Bewohner gar «das grösste Kapital der Stadt», wie die BernerZeitung schreibt.
Dabei spielt die hohe Wasserqualität der Schweizer Flüsse eine gewichtige Rolle. Doch begünstigt offenbar auch die «typisch schweizerische Idee» der für die Allgemeinheit zugänglichen und nutzbaren Grundstücke diese Gepflogenheit.
In den letzten Jahren entstanden im Ausland einige Gruppierungen, die sich für eine «Flussbadi» in ihren Städten einsetzen – und die Schweiz als Vorbilder nehmen. Vielleicht können Sie sich in der Stadt Ihrer Wahlheimat ja auch schon bald in einem Flussbad abkühlen?
- Berlin, Boston, London, New York, Paris oder Brüssel: In der BernerZeitung(Paywall) erfahren Sie mehr über Flussbäder in der StadtExterner Link.
- Badegenuss im Freien: Eine Bildergalerie zu den Freibädern in der Schweiz.
- Ufer für die Allgemeinheit zugänglich? So einfach ist das auch in der Schweiz nicht immer, wie Sie im Artikel meines Kollegen Peter Siegenthaler erfahren.
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Zur Erinnerung: Am 20. Oktober wählen die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ihr neues Parlament. SRF hat einen Parteiencheck gemacht.
Bald wählen die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger 200 Volksvertreterinnen und -vertreter in den Nationalrat und 46 Mitglieder in den Ständerat (Genau genommen sind es deren 45: Der Kanton Appenzell Innerrhoden wählte seinen Standesvertreter bereits an der Landsgemeinde vom 28. April 2019).
Favoriten sind die Grünen, die Sozialdemokraten und die Grünliberalen – sie waren die Gewinner der letzten kantonalen Wahlen. Die Schweizerische Volkspartei dagegen, landesweit die stärkste Partei, musste auf Kantonsebene stark Federn lassen.
SRF hat in einem Parteiencheck Zahlen, Ziele, Köpfe, Tops & Flops zusammengetragen und ein Profil aller Parteien erstellt.
- Der ParteiencheckExterner Link von SRF.
- Wir erklären in einem kurzen Video, wie die Parlamentswahlen ablaufen.
- Hier zeigen wir Ihnen die Wahlergebnisse seit 1971 auf einen Blick.
- Was sind die fünf wichtigsten Probleme der Schweiz? Diese Frage wird jedes Jahr rund tausend Stimmberechtigten gestellt. Hier sind die Ergebnisse.
- Noch mehr unserer vielseitigen Berichterstattung finden Sie in unserem Wahldossier.
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