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Mädchen auf Panzer

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Armut ist in der Schweiz stark tabuisiert. Im Besonderen die Abhängigkeit von Sozialhilfe wird von vielen Betroffenen als Stigma empfunden. Eine alleinerziehende Mutter hat sich dennoch bereit erklärt, mir ihre Geschichte zu erzählen. Und: Heute wurde bekannt, dass zwei Schweizer Forscher den Nobelpreis für Physik erhalten.

Liebe Grüsse aus Bern

Zwei Männer
Keystone

Was für eine Nachricht! Zwei Schweizer erhalten den Nobelpreis für Physik. Das hat das Nobelkomitee in Stockholm heute mitgeteilt.

Die beiden Schweizer Michel Mayor und Didier Queloz erhalten zusammen mit dem Kanadier James Peebles den Nobelpreis für Physik. Sie werden ausgezeichnet für ihre Beiträge in der theoretischen Kosmologie und für die Entdeckung von Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems.

24 Jahre ist es her, dass Queloz und Mayor den ersten Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems entdeckt haben. Inzwischen wurden über 4000 solcher Exoplaneten entdeckt.

Queloz und Mayor wurden schon lange als Anwärter für einen Nobelpreis gehandelt. Die beiden Schweizer Forscher sind an der Universität Genf tätig.

Spielende Kinder
Keystone / Christof Schuerpf

Unter den Personen, die in der Schweiz Sozialhilfe beziehen, sind auffallend viele alleinerziehende Mütter. Ich habe mit einer Mutter gesprochen, die trotz Teilzeitarbeit, Alimenten und Kinderzulagen auf Sozialhilfe angewiesen ist.

Die Mutter erzählte mir, dass sich eine Aufstockung des Arbeitspensums für sie nicht lohnt, weil die Kinderbetreuung das Geld verschlingen würde. «Irgendwie kommt man nicht aus der Sozialhilfe raus, weil die Kinderbetreuung so teuer ist», sagt sie. In der Fachsprache spricht man vom «Schwelleneffekt».

«Die meisten Mütter in der Schweiz gehen nur arbeiten, damit sie mal aus dem Haus kommen, vom Lohn bleibt nach Abzug der Betreuungskosten nichts übrig», sagt die Mutter und findet, dass sich politisch etwas ändern müsse. Dann gäbe es ihrer Meinung nach viel weniger Sozialhilfebezüger.

Die Alleinerziehende hat eine Verkaufslehre gemacht und verdient 21 bis 22 Franken brutto pro Stunde. Nicht einmal bei einem Vollzeitpensum würde sie genug verdienen, um ihre Kinder ernähren zu können.

Mädchen auf Panzer
Keystone / Peter Klaunzer

Die Schweizer Armee hat Nachwuchsprobleme: 2018 wurden 16’306 Stellungspflichtige in die Rekrutenschule eingeteilt – so wenige wie noch nie.  

Laut Schweizer Armee bräuchte es 2000 Rekruten mehr. Nicht nur gibt es aufgrund des Geburtenrückgangs weniger Stellungspflichtige. Viele melden sich auch als untauglich oder treten dem Zivildienst bei. 

6000 Personen machen jedes Jahr statt der RS den Zivildienst. Der Bundesrat will diesen Weg nun erschweren, der Ständerat hat Verschärfungen zugestimmt.

Die Armee versucht es mit einer Image-Offensive: Neuerdings hat die Armee Jokertage im Angebot, sie zahlt Kadern bis zu 11’300 Franken an Weiterbildungen, sie versucht sich in den sozialen Medien und publizierte ein Werbevideo. Zudem schickt sie junge Soldaten auf Schulbesuch, wie der Tages-Anzeiger in einer Reportage berichtet.

See
Romande energie

Im Wallis wird das erste schwimmende Solarkraftwerk im Gebirge gebaut. Die Pilotanlage soll beweisen, dass sich die doppelte Nutzung von Stauseen lohnt.

Auf dem Lac des Toules im Wallis, einem Stausee auf 1800 Metern über Meer, installiert der Energiekonzern Romande Energie das weltweit erste schwimmende Solarkraftwerk im Gebirge. Das Kraftwerk wird eine Ausdehnung von 7696 Quadratmetern haben, etwas mehr als ein Fussballfeld.

Es soll gut 800’000 Kilowattstunden Strom liefern, was dem Jahresverbrauch von 220 Haushalten entspricht. Die Pilotanlage soll unter Beweis stellen, dass schwimmende Solarpärke in alpinen Gebieten technisch machbar und finanzierbar sind. Stauseen sollen zukünftig doppelt genutzt werden: Einmal zur Produktion von Wasserstrom, ein zweites Mal als Träger grossflächiger Photovoltaik-Teppiche im Gebirge.

Die Ausbeute von hoch gelegenen Solarpärken ist bis zu 50% höher als im Flachland, weil die Atmosphäre dünner und die UV-Einstrahlung höher ist. Zudem reflektiert der Schnee im Winter das Licht. Und die Temperaturen liegen tiefer, was die Effizienz steigert.

  • Den ganzen Artikel können Sie bei der NZZExterner Link lesen (Paywall).
  • Wie man nur mit Sonnenenergie leben kann, berichtet mein Kollege Luigi Jorio in einem Artikel aus dem Archiv.
  • Das spektakulärste und riskanteste Kraftwerk der Schweiz – eine Reportage meines Kollegen Armando Mombelli.
Handy
swissinfo.ch

Ist Sprache der Schlüssel zur Integration? Wer kann diese Frage besser beantworten als die Auswanderer? Wir haben deshalb auf Facebook Externer Linkunsere Auslandschweizer-Community gefragt. Die Antworten lassen keine Zweifel offen.

Wie aus einem Mund haben Sie auf unsere Frage geantwortet, ob Sie die Landessprache in Ihrer Wahlheimat sprechen: «Ja», «sicher», «fliessend», «perfekt», «wie ein Einheimischer», lauteten die Antworten, oder ใช่ผมคิดอย่างนั้น, (ich denke schon) wie Han Lo aus Thailand zum Beweis schreibt.

Ob Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Griechisch, Kroatisch, Finnisch, Tunesisch-arabisch, ja sogar Philippinisch (Tagalog)… die Schweizer Diaspora zeigt sich ausgesprochen sprachgewandt. Aufgewachsen in der viersprachigen Schweiz scheint die Sprachkompetenz den ausgewanderten Eidgenossen in die Wiege gelegt zu sein.

Das gelte bei weitem nicht für alle Nationen. Insbesondere Deutsche und Briten bemühten sich kaum, die Sprache in ihrer Wahlheimat zu lernen, kritisieren verschiedene Auslandschweizer. «Deshalb verkehren sie nur unter sich oder mit anderen Ausländern, die ihre Sprache sprechen», schreibt Roger Geronimo Marti aus Frankreich.

Man ist sich einig in der 5. Schweiz: «Wer die Landessprache nicht spricht, bleibt ewig Gast«, erklärt Ehsan Madami aus Italien. Anne Christine Chess pflichtet bei: «Um arbeiten zu können, muss man die Sprache verstehen.» Und für Evelyn Reiter ist klar: «Sprache fördert die Akzeptanz».

  • Hier finden Sie die Frage meines Kollegen Peter Siegenthaler.
  • Gewusst? Nebst den vier Landessprachen gibt es in der Schweiz eine Vielzahl von Kleinsprachen. Ich habe zehn in einem Artikel vorgestellt.
swissinfo.ch

Am 20. Oktober wählen die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ihr neues Parlament. Es lohnt sich, nochmals nachzulesen, wie man korrekt wählt. In der Gemeinde Neuhausen am Rheinfall gibt es erfahrungsgemäss besonders viele ungültige Stimmen.

In Neuhausen am Rheinfall wissen besonders viele Wählerinnen und Wähler nicht, wie Wählen geht. Oder es ist ihnen egal. Darauf deutet die hohe Fehlerquote bei den Wahlen 2015 hin. Über sechs Prozent der Unterlagen waren ungültig.

Manche verwechseln Nationalrat und Ständerat oder schicken gleich das ganze Büchlein mit allen Listen zurück. Ein Grund dafür könnte die Stimmpflicht sein. Wer im Kanton Schaffhausen nicht wählt, muss sechs Franken Busse zahlen. Um diese Strafe zu umgehen, schicken manche Nichtwähler offenbar einfach alles ungeöffnet zurück.

Der Kanton Schaffhausen hat nun reagiert. Vorne auf den Unterlagen steht neu rot und fett umrahmt: «Es darf nur ein Wahlzettel verwendet werden.»

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