Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Impft euch – oder tragt die Folgen. Das war die Message der gestrigen Bundesratskonferenz. Auf jeden Fall wird es für Impfverweigerer künftig teurer.
Herzliche Grüsse aus Bern
Die Schweiz läutet die so genannte Normalisierungsphase ein. Und nimmt die Bevölkerung hinsichtlich Corona in die Pflicht.
Mehr Infektionen, mehr Hospitalisierungen, mehr Tote – und die Regierung nimmt das in Kauf. Das war gestern der Medientenor über die Pressekonferenz des Bundesrates, nachdem dieser den Start der Normalisierungsphase ankündigte. Grosse Änderungen gibt es nicht, ausser eben beim Ton.
Dem Bundesrat geht es natürlich vor allem darum, die Impfquote zu erhöhen. Wer sich den Pieks noch nicht geholt hat, soll das jetzt nachholen, so die Message. Da niemand in der Schweiz ein Impfobligatorium wolle – so der Konsens – muss man halt andere Wege finden, die Leute zu motivieren.
Dazu kommt: Ab Oktober – wenn alle Impfwilligen die Chance zur Spritze hatten – gibt es keine staatlich subventionierten Gratis-Tests mehr. Die Logik ist einfach: Wer sich nicht freiwillig impft, darf auch nicht mehr umsonst an Anlässen teilnehmen. Ganz hängen gelassen wird man natürlich nicht. Wer sich in der Schweiz ansteckt, kann sich noch immer vom zweitteuersten Gesundheitssystem der Welt auffangen lassen. Das ist übrigens auch steuerfinanziert.
- Lesen Sie hierExterner Link den Artikel des Tages-Anzeigers. (Paywall)
- Der Blick hat auch über die Pressekonferenz geschriebenExterner Link.
- Eine Einschätzung der neuen Massnahmen finden SieExterner Link bei SRF News.
- Der Präsident der Covid-19-Task-Force des Bundes tritt ab. Lesen Sie hierExterner Link den Bericht von Watson.
- Unsere laufend aktualisierte Übersicht zur Corona-Situation finden Sie hier.
- Long-Covid: Wo steht die Forschung? Beitrag meines Kollegen Christian Raaflaub.
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Die Gletscher schmelzen, die Gletscher-Initiative stösst vor. Und der Bundesrat hat einen direkten Gegenentwurf präsentiert.
Die Gletscher-Initiative will bis 2050 die Treibhausgasemissionen auf Netto-Null bringen – verfassungsmässig abgesichert. Damit soll die Schweiz auf Kurs mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens kommen, zu denen sie sich verpflichtet hat – und das so in der Bundesverfassung verankern.
Das will auch der Bundesrat: In seinem Gegenentwurf will er das gleiche Ziel festlegen. Was er nicht will: Das grundsätzliche Verbot fossiler Energieträger der Initiative übernehmen.
Der Abstimmungskampf verspricht Spannung. Der bisherige Sommer mit seinen Wetterextremen hat uns gezeigt, dass künftig etwas gehen muss. Bis dahin wird es wohl noch etwas dauern: Es wird erwartet, dass die Gletscher-Initiative nicht vor Ende 2022 an die Urne kommt.
- Der Artikel von SRF News finden Sie hierExterner Link.
- Warum die Gletscherschmelze uns alle betrifft – hier finden Sie unseren Themenfokus.
Die Taliban rücken weiter vor. Die Schweiz setzt Ausschaffungen nach Afghanistan aus – wie andere europäische Länder auch.
Afghanistan ist wieder zurück auf Feld Null: Zwanzig Jahre nach dem Einmarsch der Amerikaner sind die Taliban wieder kurz davor, das ganze Land unter ihre Kontrolle zu bringen.
Die Sicherheitslage war schon in den letzten Jahren äusserst fragil, die Afghanen flohen zu Tausenden – wieder mal. Sie machen heute schon europaweit die zweitgrösste Gruppe von Asylsuchenden aus, nach den Syrerinnen und Syrer.
Nachdem Deutschland und die Niederlande die Ausschaffungen nach Afghanistan aussetzten, hat sich gestern die Schweiz auch dazu entschlossen, dass abgewiesene Asylsuchende vorläufig bleiben können. Weitere Länder werden folgen, afghanische Flüchtlinge – die ohnehin wegen der Pandemie nicht ausgeschafft wurden – können in Europa zumindest ein wenig aufatmen. Ein bitterer Trost. Denn für welches Afghanistan die Taliban kämpfen und töten, das hat man schon zu Genüge gesehen.
- Hier finden SieExterner Link den Beitrag von SRF News.
- Eine Einschätzung über die weiteren Entwicklungen im Land gibt ein Experte im InterviewExterner Link mit SRF News.
- Lesen Sie hier unsere Analyse über das schweizerische Asylsystem.
Ein Tipp für alle Hobbygärtner – und alle anderen eigentlich auch.
Manchmal lässt sich das Praktische mit dem Nützlichen kombinieren: Zum Beispiel, wenn man einen richtigen Kompost anlegt. Dafür braucht man nämlich keinen Garten, das geht auch auf dem Balkon, wie das Wissenschaftsmagazin Higgs zeigt.
Ein Drittel unserer Abfälle könnten eigentlich kompostiert werden. Bei 200 Kilo jährlich pro Person in der Schweiz macht das doch etwas aus. (Und man spart wohl einiges an Abfallgebühren…)
Was ist nun das Nützliche daran? Ein Kompost hilft, den Ausstoss von Treibhausgasen zu reduzieren. Denn die Biomasse verbrennt nicht in der Kehrichtanlage, somit gelangen weniger Treibhausgase in die Atmosphäre. Die letzten Wochen haben uns wohl allen bereits zu Genüge gezeigt, weshalb sich das lohnen würde.
- Lesen Sie hierExterner Link den Beitrag von Higgs.
- Ein aufschlussreiches Interview mit einer weltweit führenden Schweizer Klimaforscherin finden Sie hier.
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